Online-Marketing

24. Oktober 2026

ca. 9 Min. Lesezeit

Ab 4. Dezember holt sich Performance Max Bilder von deiner Website: Was Shopify-Shops jetzt prüfen sollten

Ab dem 4. Dezember 2026 sind Landingpage-Bilder in neuen Performance-Max-Kampagnen standardmäßig an, auch wenn dynamische Bilder im Konto aus sind. Was das für Shopify-Shops heißt, wo du es abschaltest und was du nach Black Friday prüfen solltest.

Sebastian Ziermann

18 Jahre Online-Marketing · Beratung & Umsetzung

Shop-Betreiberin fotografiert in ihrem hellen Hamburger Atelier mit Backsteinwand eine Keramikvase und einen Schal auf einem weißen Tisch, daneben ausgedruckte Produktfotos

In diesem Artikel

Schon eine Aufgabe im Kopf?

Das Wichtigste vorweg

Ab dem 4. Dezember 2026 sind Landingpage-Bilder in jeder neu angelegten Performance-Max-Kampagne standardmäßig eingeschaltet, auch wenn du dynamische Bilder auf Kontoebene ausgeschaltet hast [1]. Bestehende Kampagnen behalten ihre Einstellung [1]. Wer nach Black Friday neue Kampagnen anlegt, sollte in jeder einzelnen den Haken bei „Landingpage-Bilder“ bewusst setzen oder entfernen [2]. Dasselbe gilt für den neuen Schalter „Sourced videos“, der Videos von Website, YouTube-Kanal und Social Media holt und bei neuen Kampagnen schon jetzt standardmäßig an ist [7].

01 / Was sich ändert

Was Google am 4. Dezember umstellt.

Google hat die Änderung am 21. Oktober 2026 im Google Ads Developer Blog angekündigt [1]. Es geht um eine Funktion, die in der deutschen Oberfläche „Landingpage-Bilder“ heißt und in der API „Image Extraction“. Ist sie aktiv, durchsucht Google AI die Zielseiten deiner Anzeigen nach hochauflösenden Bildern und nutzt sie als zusätzliches Anzeigenmaterial [1].

Bisher hing die Funktion an einem Schalter auf Kontoebene, den „Assets mit dynamischen Bildern“ [3]. Hast du bei einer neuen Kampagne nichts ausdrücklich festgelegt, hat sie den Wert dieses Kontoschalters übernommen [1]. Die deutsche Hilfe beschreibt den bisherigen Stand genauso: Sind dynamische Bilder aktiv, verwenden neue Performance-Max-Kampagnen standardmäßig Landingpage-Bilder [2].

Ab dem 4. Dezember 2026 gilt etwas anderes. Neue Performance-Max-Kampagnen starten mit eingeschalteten Landingpage-Bildern, und zwar auch dann, wenn die dynamischen Bilder auf Kontoebene ausgeschaltet sind [1]. Das betrifft laut Google alle Wege, über die du Kampagnen anlegst: die Google-Ads-Oberfläche, den Google Ads Editor und die API [1].

Drei Punkte halte ich dabei für wichtig:

  • Nur neue Kampagnen: Bestehende Performance-Max-Kampagnen behalten ihre aktuelle Einstellung [1].
  • Viele Kanäle: Die extrahierten Bilder können in der Suche, auf YouTube, im Displaynetzwerk, in Discover, Gmail und Maps erscheinen [1].
  • Der Kontoschalter schützt nicht mehr: Wer sich bisher darauf verlassen hat, dass „dynamische Bilder aus“ für das ganze Konto gilt, muss das künftig in jeder neuen Kampagne einzeln abschalten [1][2].

Neu dazu: „Sourced videos“ holt Videos aus deinen Kanälen

Seit dieser Woche gibt es in der Asset-Optimierung von Performance Max einen zweiten, ähnlichen Schalter: „Sourced videos“, in der Oberfläche als neu markiert [8]. Google AI sucht dabei Videos aus Quellen, die du freigibst: Social-Media-Konten, die Zielseite der Kampagne und dein verknüpfter YouTube-Kanal [7]. Bis zu zehn solcher Videos können automatisch in eine Asset-Gruppe wandern. Google lädt sie auf einen eigenen, Google-gehörenden YouTube-Kanal mit deinem Logo und Unternehmensnamen hoch [7].

Anders als bei den Landingpage-Bildern gibt es hier keinen Stichtag. Laut Google-Hilfe ist die Funktion bei allen neuen Kampagnen standardmäßig eingeschaltet und kann im Zuge eines Plattform-Updates auch in einzelnen bestehenden Kampagnen aktiviert worden sein [7]. Sie wird schrittweise ausgerollt und setzt ein Tagesbudget von mehr als 5 US-Dollar voraus [7]. Abschalten kannst du sie in den Kampagneneinstellungen: Abschnitt „Asset-Gruppe“, Menü „Asset-Optimierung“, Haken bei „Sourced videos“ entfernen. Über „Manage sources“ legst du fest, welche Quellen Google nutzen darf [7]. Die englischen Bezeichnungen stammen aus der Hilfe; in deiner Oberfläche können sie übersetzt sein. Auch hier gilt: Mit dem Einschalten bestätigst du laut Google, die Rechte an den Videos aus den freigegebenen Quellen zu besitzen [9].

02 / Risiko für Shops

Welche Bilder auf deiner Website besser nicht in einer Anzeige landen.

Google wählt die Bilder nach Relevanz für die Suchanfrage oder den Auslieferungskontext aus und lässt sie vor der Auslieferung automatisiert und manuell prüfen [2]. Welche Bilder genau gewählt werden, bestimmst du aber nicht vorab. Auf einer typischen Shopify-Produktseite liegen neben den Produktfotos noch ganz andere Grafiken. Aus meiner Sicht sind diese besonders heikel (Einschätzung):

  • Rabatt- und Aktionsbanner: Ein Banner „-30 %“ aus der Black-Week passt im Januar nicht mehr zum Angebot. Läuft so ein Bild weiter in einer Anzeige, verspricht die Anzeige etwas, das der Shop nicht mehr hält.
  • Größentabellen, Pflegehinweise, Infografiken: Für die Produktseite nützlich, als Anzeigenbild nichtssagend.
  • Fremde Marken: Herstellerlogos, Siegel, Zahlungs-Icons oder Bilder von Markenware, die du nur weiterverkaufst.
  • Kundenfotos und Bewertungs-Widgets: Bilder aus Reviews oder eingebundenen Instagram-Feeds, bei denen die Rechte bei Dritten liegen.
  • Models und Mitarbeitende: Personen haben vielleicht für die Produktseite zugestimmt, aber nicht für Werbung auf YouTube oder in Gmail.

Ein ähnliches Muster gab es im Oktober schon bei Rabatten: Google Ads übernimmt seit dem 12. Oktober Angebote automatisch von der Website. Was das für lokale Betriebe heißt, steht in Google Ads übernimmt Rabatte automatisch von deiner Website. Die Bildfunktion folgt derselben Logik: Google liest deine Seite und baut daraus Anzeigenmaterial.

03 / Bildrechte

Wer haftet für die Bilder?

Hier ist Google eindeutig. Wer Landingpage-Bilder aktiviert, bestätigt laut deutscher Hilfe, Inhaber sämtlicher Rechte an den Bildern auf seiner Landingpage zu sein und sie für Werbe- oder andere kommerzielle Zwecke für Google freigeben zu dürfen [2]. Beim Kontoschalter für dynamische Bilder setzt du dafür sogar ein eigenes Häkchen [3]. Auch der Developer Blog fordert ausdrücklich, die Rechte an den Bildern auf den Zielseiten zu prüfen [1].

Bei der neuen Standardeinstellung fehlt dieser bewusste Klick, wenn du die Kampagne einfach durchklickst. Ob Google die Rechtebestätigung dann im Erstellungsablauf eigens abfragt, geht aus den Quellen nicht hervor. Ich würde sicherheitshalber davon ausgehen, dass die Verantwortung bei dir liegt (Einschätzung).

Für Shopify-Shops heißt das konkret: Herstellerbilder, die du über einen Großhändler oder Dropshipping-Anbieter bekommen hast, sind oft nur für die Produktdarstellung im Shop lizenziert. Ob die Lizenz auch Werbung auf Google-Kanälen abdeckt, steht im Vertrag mit dem Lieferanten. Das prüfst du am besten, bevor die erste neue Kampagne nach dem 4. Dezember läuft (Einschätzung).

04 / Abschalten

So schaltest du Landingpage-Bilder in Performance Max ab.

Die Einstellung sitzt in jeder Performance-Max-Kampagne einzeln. Die deutsche Google-Ads-Hilfe beschreibt zwei Wege [2].

In einer bestehenden Kampagne

  1. Im Menü „Kampagnen“ auf „Kampagnen“ klicken.
  2. Neben der Kampagne auf das Zahnradsymbol klicken.
  3. Auf der Seite „Einstellungen“ das Menü „Asset-Optimierung“ öffnen.
  4. Die Kachel „Bilder“ öffnen und den Haken bei „Landingpage-Bilder“ entfernen [2].

Beim Anlegen einer neuen Kampagne

Im Schritt „Kampagneneinstellungen“ öffnest du die Kachel „Bilder“ und entfernst den Haken im Kästchen „Landingpage-Bilder“ [2]. Die deutsche Hilfe ist teils maschinell übersetzt und nennt als übergeordneten Bereich „Textanpassung“ [2]; in deiner Oberfläche kann die Bezeichnung abweichen. Such im Zweifel nach der Kachel „Bilder“.

Kontoschalter prüfen

Den Kontoschalter findest du unter Kampagnen › Assets › Assets, dann rechts oben im Dreipunkt-Menü „Automatisch erstellte Assets auf Kontoebene“ und noch einmal im Dreipunkt-Menü „Erweiterte Einstellungen“ [3]. Dort steht, ob „Assets mit dynamischen Bildern“ ein- oder ausgeschaltet sind [1][3]. Für Performance Max entscheidet ab dem 4. Dezember aber die Kampagne, nicht dieser Schalter [1].

Wenn eine Agentur oder ein Tool Kampagnen anlegt

Viele Shops lassen Kampagnen über Feed-Tools, Skripte oder die Google-&-YouTube-Anbindung anlegen. Für alles, was über die Google Ads API läuft, hat Google den Weg beschrieben: In der Kampagne das Feld asset_automation_settings mit dem Typ GENERATE_IMAGE_EXTRACTION auf OPTED_OUT setzen, und zwar vor dem 4. Dezember in den Vorlagen für neue Kampagnen [1]. Wichtig für Entwickler: Das Feld ist eine Liste, ein Update ersetzt die ganze Liste. Andere Einträge wie die Textautomatisierung müssen mitgeschickt werden, sonst gehen sie verloren [1]. Ob eine bestimmte Shopify-App die Einstellung setzt, ist nicht dokumentiert. Frag beim Anbieter nach (Einschätzung).

05 / Abwägen

Abschalten oder anlassen?

Google empfiehlt Landingpage-Bilder, wenn du mit deinen Bild-Assets mehr Leistung erzielen möchtest [4]. Die Funktion soll vorhandene Anzeigen ergänzen und mehr Placements ermöglichen [4]. Ausgespielt werden die Bilder nur, wenn Google sich davon eine bessere Anzeigenleistung verspricht [2].

Meine Faustregel (Einschätzung): Anlassen kannst du, wenn deine Zielseiten fast nur eigene, saubere Produktfotos zeigen und Aktionsbanner nicht im Bildbereich sitzen. Abschalten würde ich, wenn auf den Seiten Fremdmarken, Herstellerbilder mit unklarer Lizenz oder wechselnde Rabattgrafiken stehen. Der Mittelweg: Lade selbst genug gute Bilder in die Asset-Gruppe. Google rät dazu, mindestens sieben Bild-Assets zu hinterlegen, eines davon im Format 1.200 × 1.200 Pixel [5].

Wenn du die Funktion anlässt, sieh dir die von Google AI hinzugefügten Bilder regelmäßig an. Google schreibt, dass du diese Assets ansehen, einzeln entfernen oder die Funktion ganz abschalten kannst [6]. Für die dynamischen Bilder im Suchnetzwerk filterst du in der Asset-Übersicht nach „Hinzugefügt von: Google AI“ [3].

06 / Checkliste

Deine Checkliste für die Zeit nach Black Friday.

Black Friday fällt 2026 auf den 27. November, eine Woche vor dem Stichtag. Viele Shops legen danach neue Kampagnen an: für das Weihnachtsgeschäft, für den Januar-Sale oder als Ersatz für die Aktionskampagne. Genau diese Kampagnen sind betroffen. Wie du die Black-Week selbst in Google Ads vorbereitest, steht in Black Friday in Google Ads, den Gesamtfahrplan für den Shop findest du in Black Friday 2026 mit Shopify.

  1. Zielseiten ansehen: Welche Bilder liegen auf den Produkt- und Kollektionsseiten, auf die deine Performance-Max-Kampagnen führen? Banner, Größentabellen, Fremdlogos notieren.
  2. Rechte klären: Für jedes Bild prüfen, ob du es für Werbung nutzen darfst – eigene Fotos, Herstellerbilder, Kundenfotos, Models.
  3. Bestehende Kampagnen prüfen: In jeder Kampagne unter Einstellungen › Asset-Optimierung › Bilder nachsehen, wie „Landingpage-Bilder“ steht [2].
  4. Entscheidung festhalten: Einmal festlegen, ob neue Kampagnen mit oder ohne Landingpage-Bilder starten, und das im Team oder mit der Agentur teilen.
  5. Ab 4. Dezember bei jeder neuen Kampagne: Die Kachel „Bilder“ im Erstellungsschritt öffnen und den Haken bewusst setzen oder entfernen [1][2].
  6. Tools und Agentur fragen: Wer Kampagnen per API oder App anlegt, sollte die Vorlagen vor dem 4. Dezember anpassen [1].
  7. Nach dem Start kontrollieren: In den ersten Wochen die Assets der neuen Kampagnen ansehen und unpassende Bilder entfernen [6].

Ein Nebeneffekt: Wer Aktionsbanner nach dem Sale ohnehin aus dem Shop nimmt, reduziert das Risiko gleich mit. Auch die Produktbilder im Merchant Center lohnen einen Blick, dazu mehr in Produktbilder im Merchant Center.

Shopify und Google Ads

Soll ich deine Kampagnen vor dem 4. Dezember durchsehen?

Ich prüfe die Automatik-Einstellungen deiner Performance-Max-Kampagnen, sehe mir die Bilder auf deinen Zielseiten an und richte Vorlagen für neue Kampagnen ein, damit nach Black Friday nichts Unpassendes ausgespielt wird.

FAQ

Häufige Fragen zu Landingpage-Bildern in Performance Max.

Ändert sich etwas an meinen laufenden Kampagnen?

Nein. Laut Google behalten bestehende Performance-Max-Kampagnen ihre aktuelle Einstellung [1]. Die neue Voreinstellung gilt nur für Kampagnen, die ab dem 4. Dezember 2026 angelegt werden.

Reicht es, dynamische Bilder im Konto auszuschalten?

Für neue Performance-Max-Kampagnen nicht mehr. Die neue Voreinstellung gilt ausdrücklich auch bei ausgeschalteten dynamischen Bildern auf Kontoebene [1]. Du musst die Funktion in jeder neuen Kampagne abschalten [2].

Was ist der Unterschied zur Bildoptimierung?

Die Bildoptimierung passt deine hochgeladenen Bilder an die verschiedenen Formate an, etwa durch Zuschneiden. Landingpage-Bilder holen dagegen zusätzliche Bilder von deiner Website [4][6]. Beides sind getrennte Einstellungen.

Quellen

Quellen

  1. Google Ads Developer Blog (Dora Sun, Google Ads API Team): „Upcoming changes to image extraction in Performance Max campaigns starting December 4, 2026“, 21. Oktober 2026 – ads-developers.googleblog.com · abgerufen 23.10.2026.
  2. Google Ads-Hilfe: „Landingpage-Bilder für Performance Max-Kampagnen aktivieren oder deaktivieren“ – support.google.com · abgerufen 23.10.2026.
  3. Google Ads-Hilfe: „Assets mit dynamischen Bildern“ – support.google.com · abgerufen 23.10.2026.
  4. Google Ads-Hilfe: „Bildoptimierung und Landingpage-Bilder für Performance Max-Kampagnen“ – support.google.com · abgerufen 23.10.2026.
  5. Google Ads Help: „Best practices for Performance Max creative assets“ – support.google.com · abgerufen 23.10.2026.
  6. Google Ads-Hilfe (Tal Akabas, Pallavi Naresh): „Weitere Zielvorhaben und Einstellungen für Bilder in Performance Max-Kampagnen“, 9. April 2025 – support.google.com · abgerufen 23.10.2026.
  7. Google Ads Help: „About sourced videos in Performance Max campaigns“ – support.google.com · abgerufen 24.10.2026.
  8. Search Engine Roundtable (Barry Schwartz): „Google Ads Asset Optimization Sourced Videos On/Off Toggle“, 23. Oktober 2026 – seroundtable.com · abgerufen 24.10.2026.
  9. Google Ads API: „Asset automation settings“ – developers.google.com · abgerufen 24.10.2026.

Alle Quellen am 23. bzw. 24. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen ohne belastbare Quelle sind im Text als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

Sebastian Ziermann

Über den Autor

Sebastian Ziermann

Ich verbinde 18 Jahre Online-Marketing mit technischer Umsetzung und unterstütze Shopify-Shops und KMU bei KI, SEO und Webprojekten.

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