Das Wichtigste vorweg
Googles Spam-Update vom September ist seit dem 8. Oktober 2026 abgeschlossen [1]. Gleichzeitig berichten erfahrene SEOs von deutlich mehr manuellen Maßnahmen, auffällig oft gegen seriöse, alteingesessene Firmenseiten [3]. Das ist eine Beobachtung, keine Aussage von Google. Für dich heißt das: Jetzt im Bericht „Manuelle Maßnahmen“ nachsehen, Einbrüche seit dem 24. September einordnen und bei einer Maßnahme den Antrag auf erneute Überprüfung sauber vorbereiten.
01 / Der Stand
Das Spam-Update ist durch.
Google hat das „September 2026 spam update“ am 24. September gestartet und am 8. Oktober als abgeschlossen gemeldet [1]. Es gilt weltweit und für alle Sprachen [1]. Ungewöhnlich war die Dauer: Die letzten Spam-Updates liefen in zwei bis drei Tagen durch, dieses brauchte zwei Wochen [2].
Barry Schwartz von Search Engine Roundtable hat drei Phasen mit stärkeren Ausschlägen beobachtet: 25. bis 27. September, 30. September und 4. bis 6. Oktober [2]. Google hat nicht gesagt, welcher Anteil der Suchanfragen betroffen war. Wer getroffen wurde, soll laut Google die Spamrichtlinien prüfen; die Erholung könne viele Monate dauern [2].
Wie du einen Einbruch durch das Update grundsätzlich in der Search Console erkennst, habe ich zum Start beschrieben: Google Spam-Update September 2026: So prüfst du, ob du betroffen bist. Dieser Beitrag setzt dort an, wo das Update vorbei ist, und schaut auf die zweite Baustelle: manuelle Maßnahmen.
02 / Die Beobachtung
Warum gerade mehr manuelle Maßnahmen auffallen.
Marie Haynes, die seit vielen Jahren Websites mit manuellen Maßnahmen berät, schrieb am 7. Oktober, sie bekomme deutlich mehr Anfragen dazu: von „praktisch keinen“ auf mehrere pro Woche [3]. Die Maßnahmen lauteten auf dünne Inhalte, reinen Spam und massenhaft erzeugte Inhalte. „Die meisten dieser Websites sind seriöse, alteingesessene Unternehmen“, so Haynes [3]. Auch der SEO-Berater Daniel Foley Carter berichtet von mehr Fällen [3].
Schwartz ordnet das vorsichtig ein: Mehr als in den Monaten davor, aber kein Vergleich zur Zeit vor dem Penguin-Update [3]. Google selbst hat keine Zunahme bestätigt. Ob sie mit dem Spam-Update zusammenhängt, ist offen.
Warum trifft es ausgerechnet etablierte Betriebe? Meine Einschätzung: Viele haben in den letzten zwei Jahren Blogbeiträge, Ratgeber oder Ortsseiten mit KI in großer Menge erstellen lassen, oft ohne eigene Erfahrung oder Prüfung. Genau das beschreibt Google als „Missbrauch mit massenhaft generierten Inhalten“ [5]. Was Google unter echtem Hauptinhalt versteht, steht in Google erklärt, was „Main Content“ ist.
03 / Der Unterschied
Algorithmus oder Mensch: Was hat dich getroffen?
Das ist die wichtigste Frage, weil der Weg zurück völlig verschieden ist.
- Algorithmisch (Spam-Update): Google erkennt Spam überwiegend automatisch [4]. Du bekommst keine Nachricht. Es gibt keinen Antrag; du verbesserst die Seite und wartest, bis Googles Systeme das neu bewerten [2].
- Manuelle Maßnahme: Ein Prüfer bei Google hat festgestellt, dass Seiten gegen die Spamrichtlinien verstoßen. Google benachrichtigt dich im Bericht „Manuelle Maßnahmen“ und im Nachrichten-Center der Search Console [4]. Die Folge: Die ganze Website oder einzelne Seiten erscheinen nicht mehr oder deutlich schlechter in den Suchergebnissen [4].
So prüfst du es in der Search Console
- Search Console öffnen, links unter „Sicherheit und manuelle Maßnahmen“ den Bericht Manuelle Maßnahmen wählen.
- Grünes Häkchen mit „Keine Probleme erkannt“: Es liegt keine manuelle Maßnahme vor [4]. Ein Einbruch kommt dann aus dem Algorithmus oder hat andere Ursachen.
- Steht dort eine Maßnahme: Beschreibung aufklappen. Dort steht, ob sie „alle Seiten“ betrifft oder nur Muster wie
/ratgeber/*[4]. - Im Leistungsbericht den Zeitraum ab 24. September mit den vier Wochen davor vergleichen und nach Seiten filtern. So siehst du, ob genau die genannten Verzeichnisse eingebrochen sind (Einschätzung).
04 / Der Antrag
So stellst du den Antrag auf erneute Überprüfung.
Google beschreibt das Vorgehen in der Search-Console-Hilfe [4]. Die wichtigsten Punkte:
- Alles beheben, nicht nur Beispiele: Das Problem muss auf allen betroffenen Seiten behoben sein. Bleibt es auf anderen Seiten bestehen, erscheinen auch die reparierten Seiten nicht wieder [4].
- Erreichbarkeit prüfen: Betroffene Seiten dürfen nicht hinter Login oder Paywall liegen und nicht per robots.txt oder noindex gesperrt sein. Das testest du mit dem URL-Prüftool [4].
- Antrag mit drei Teilen: das Problem beschreiben, die Schritte zur Behebung erläutern, das Ergebnis dokumentieren [4]. Bei dünnen Inhalten nennst du Beispiele für entfernte und für neu hinzugefügte Inhalte [4].
- Geduld: Die meisten Überprüfungen dauern mehrere Tage oder Wochen. Solange keine Entscheidung vorliegt, keinen weiteren Antrag stellen [4].
Bei dünnen oder massenhaft erzeugten Inhalten heißt „beheben“ in der Praxis meist: schwache Seiten löschen oder zusammenlegen, statt sie umzuschreiben (Einschätzung). Ein Ratgeber mit 40 fast gleichen Ortsseiten wird nicht besser, wenn man jede um zwei Absätze verlängert. Behalte die Seiten, zu denen du echte Erfahrung, eigene Fotos oder Zahlen hast. Prüfe dabei auch, ob die Autorenangaben stimmen; Google achtet derzeit genau darauf, siehe Google warnt vor erfundenen Autoren.
Nach dem Spam-Update
01
Bericht
prüfen
02
Alle Seiten
bereinigen
03
Antrag
stellen
Ein Antrag ist erst sinnvoll, wenn das Problem auf allen betroffenen Seiten weg ist.
SEO-Check
Traffic eingebrochen oder Maßnahme im Postfach?
Ich werte deine Search-Console-Daten aus, finde die betroffenen Seiten und helfe dir beim Aufräumen und beim Antrag auf erneute Überprüfung.
FAQ
Häufige Fragen zu manuellen Maßnahmen.
Ich habe die Website gekauft, die Maßnahme stammt vom Vorbesitzer. Was nun?
Probleme beheben und im Antrag ausdrücklich schreiben, dass du die Website kürzlich übernommen hast und sie jetzt nicht mehr gegen die Richtlinien verstößt. Das empfiehlt Google selbst [4].
Kommen die Rankings nach Aufhebung sofort zurück?
Darauf würde ich nicht setzen (Einschätzung). Gelöschte Seiten fehlen danach, und gleichzeitig kann ein algorithmischer Effekt des Spam-Updates weiterwirken, der laut Google Monate braucht [2].
Kann ich mehrere Anträge hintereinander stellen?
Erst nach einer Entscheidung. Solange ein Antrag offen ist, bittet Google ausdrücklich, keinen weiteren zu senden [4].
Quellen
Quellen
- Google Search Status Dashboard: „September 2026 spam update“, 24. September bis 8. Oktober 2026 – status.search.google.com · abgerufen 09.10.2026.
- Search Engine Roundtable (Barry Schwartz): „Google September 2026 Spam Update Has Finished Rolling Out“, 8. Oktober 2026 – seroundtable.com · abgerufen 09.10.2026.
- Search Engine Roundtable (Barry Schwartz): „Google Search Issuing More Google Manual Action Penalties?“, Oktober 2026 – seroundtable.com · abgerufen 09.10.2026.
- Search Console-Hilfe: „Bericht ‚Manuelle Maßnahmen‘“ – support.google.com · abgerufen 09.10.2026.
- Google Search Central: „Spamrichtlinien für die Google Websuche“ – developers.google.com · abgerufen 09.10.2026.
Alle Quellen am 9. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen ohne belastbare Quelle sind im Text als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

