Das Wichtigste vorweg
Google hat Anfang Oktober 2026 seine Hilfeseite zu hilfreichen Inhalten ergänzt: Erfundene Autorenprofile – KI-generierte Porträts, ausgedachte Namen, falsche Qualifikationen – gelten ausdrücklich als Täuschung und als Signal für eine Seite geringer Qualität [1][2]. Echte Autorenangaben empfiehlt Google weiterhin ausdrücklich [1]. Für Firmen-Blogs und Shop-Ratgeber heißt das: Autorenboxen, Fotos und Angaben einmal ehrlich prüfen.
01 / Die Änderung
Was Google neu in die Richtlinie geschrieben hat.
Die Seite „Creating helpful, reliable, people-first content“ in der Google Search Central enthält einen Abschnitt „Who, How, and Why“. Unter „Who“ fragt Google, ob für Besucher klar ist, wer einen Inhalt erstellt hat, ob es eine Autorenzeile gibt, wo man sie erwartet, und ob diese zu weiteren Informationen über die Person führt [1].
Direkt danach steht nun ein neuer Absatz. Sinngemäß übersetzt: Vermeide täuschende Autorenangaben. Erfundene Profile – etwa mit KI-generierten Porträtfotos, ausgedachten Namen oder falschen Qualifikationen, damit Inhalte so wirken, als hätten menschliche Experten sie geschrieben – sind eine Form der Täuschung. Jede Täuschung macht eine Seite für Nutzer und für Googles automatische Qualitätssysteme unglaubwürdig und ist ein Signal für eine Seite geringer Qualität [1].
Laut Search Engine Journal fehlte dieser Absatz in einer archivierten Fassung vom 8. Juni 2026 noch; die neue Fassung trägt das Datum 1. Oktober [2]. Search Engine Roundtable hat die Änderung ebenfalls dokumentiert [3]. Neu ist dabei weniger der Inhalt als der Ort: In den Richtlinien für Googles Qualitätsprüfer stehen erfundene Autorenprofile schon länger als Beispiel für Täuschung, die mit der niedrigsten Bewertung zu versehen ist [2][4]. Jetzt steht es auch in der Dokumentation, die sich an Website-Betreiber richtet – und Google nennt dabei ausdrücklich die automatischen Systeme.
02 / Die Einordnung
Was das heißt – und was nicht.
Der Absatz ist kein Verbot von KI-Texten. An derselben Stelle schreibt Google unter „How“, dass Hinweise auf automatisierte oder KI-gestützte Erstellung Lesern helfen können, und empfiehlt solche Hinweise dort, wo Leser sich fragen würden, wie ein Inhalt entstanden ist [1]. Das Problem ist die falsche Behauptung, ein Mensch mit bestimmter Erfahrung habe geschrieben.
Es ist auch kein Verbot von Teamseiten oder Markennamen als Absender. Google verlangt keine Autorenzeile unter jedem Text, sondern dort, „wo Leser sie erwarten“ [1]. Ein Produkttext im Shop braucht keinen Autor, ein Ratgeber mit Gesundheits-, Rechts- oder Finanztipps wahrscheinlich schon (Einschätzung).
Wie Google das technisch erkennt und ob es eine eigene Abwertung gibt, steht nicht in der Dokumentation [1]. Ich würde den Absatz deshalb nicht als neue Ranking-Regel lesen, sondern als Klarstellung, wohin die Reise geht (Einschätzung). Passend dazu: Google hat in denselben Tagen beschrieben, was es unter „Hauptinhalt“ versteht – dazu mein Beitrag Google erklärt, was Main Content ist.
03 / Der Check
So prüfst du deine Autorenangaben.
Die folgende Liste leite ich aus Googles Fragen zum „Who“ und dem neuen Absatz ab [1]. Für einen kleinen Firmen-Blog dauert sie meist weniger als eine Stunde (Einschätzung).
Personen
- Gibt es jede Person, die als Autor genannt wird, wirklich – und arbeitet sie noch mit euch?
- Hat eine Agentur oder ein Texter-Dienst Beiträge unter einem Fantasienamen geliefert? Dann auf eine echte Person oder einen Teamnamen umstellen.
Fotos
- Zeigt das Autorenfoto die genannte Person? Stockfotos und KI-Porträts, die einen echten Menschen vortäuschen, gehören zu genau den Beispielen, die Google nennt [1].
- Wenn es kein echtes Foto gibt: lieber kein Foto, ein Logo oder eine neutrale Illustration, die nicht als Porträt durchgeht.
Qualifikationen
- Stimmen Titel, Berufsbezeichnungen und Jahresangaben („seit 15 Jahren Experte für …“)? Lässt sich das belegen, etwa über die Über-uns-Seite oder ein Berufsprofil?
- Wer prüft Inhalte fachlich? Wenn ein Text von KI vorgeschrieben und von einer Fachperson geprüft wurde, kann genau das in der Autorenzeile stehen.
Technik
- Führt die Autorenzeile zu einer Seite mit Hintergrund zur Person [1]?
- Stimmen die strukturierten Daten mit dem überein, was sichtbar auf der Seite steht? Google zeigt im Artikel-Markup, wie der Autor als Person mit Namen und Profil-URL angegeben wird [5].
Dein Autoren-Check in drei Schritten
01
Autoren
auflisten
02
Angaben
belegen
03
Profile
verlinken
Echte Person, echtes Foto, belegbare Erfahrung – oder ein ehrlicher Teamname.
04 / Die Praxis
Ehrliche Autorschaft mit KI-Unterstützung.
Viele kleine Firmen lassen Texte inzwischen von KI vorschreiben. Das ist mit Googles Dokumentation vereinbar, solange niemand vorgibt, ein erfundener Experte habe geschrieben [1]. Für die Praxis haben sich drei Varianten bewährt (Einschätzung):
- Inhaber als Autor. Wer den Text inhaltlich verantwortet und geprüft hat, steht drüber – mit echtem Foto und kurzer Vorstellung.
- Team als Absender. „Redaktion Firma XY“ mit Link auf die Über-uns-Seite, wenn mehrere Leute beteiligt sind.
- Kurzer Hinweis zur Entstehung. Ein Satz wie „Mit KI-Unterstützung erstellt, fachlich geprüft von …“ beantwortet Googles „How“-Frage [1].
Ein Beispiel: Ein Hamburger Online-Shop für Teezubehör hat zwölf Ratgeber-Artikel unter „Dr. Lena Hoffmann, Teesommelière“ veröffentlicht – eine Person, die es nicht gibt, mit einem KI-Porträt (fiktives Beispiel). Der Shop stellt die Artikel auf die Inhaberin um, die die Texte tatsächlich prüft, ersetzt das Foto und ergänzt einen Satz zur Entstehung. Inhalte und URLs bleiben gleich.
Gerade bei Sichtbarkeit in KI-Antworten spielen nachvollziehbare Absender eine Rolle; wie das zusammenhängt, beschreibe ich in GEO-Optimierung. Wer zuletzt Ranking-Verluste hatte, sollte außerdem den Beitrag zum Spam-Update im September 2026 lesen.
SEO und GEO
Sollen wir eure Autorenangaben gemeinsam prüfen?
Ich gehe Autorenboxen, Über-uns-Seite und strukturierte Daten mit dir durch und zeige, wo ihr ehrlicher und zugleich sichtbarer werden könnt.
FAQ
Häufige Fragen zu Autorenangaben und E-E-A-T.
Darf ich noch KI-Texte veröffentlichen?
Ja. Google kritisiert die Täuschung über den Autor, nicht den Einsatz von KI. Hinweise zur Entstehung empfiehlt Google dort, wo Leser sie erwarten würden [1].
Muss jeder Beitrag einen Autor haben?
Nein. Google empfiehlt Autorenzeilen dort, wo Leser sie erwarten [1].
Was ist mit Pseudonymen?
Dazu sagt die Dokumentation nichts Ausdrückliches. Kritisch wird es laut Google, wenn ausgedachte Namen den Eindruck menschlicher Expertise erwecken sollen [1]. Ein offen als Pseudonym erkennbarer Name ohne erfundene Qualifikation ist aus meiner Sicht etwas anderes (Einschätzung).
Quellen
Quellen
- Google Search Central: „Creating helpful, reliable, people-first content“, Abschnitt „Who (created the content)“ – developers.google.com · abgerufen 07.10.2026.
- Search Engine Journal: „Google Adds Fake Author Warning To Helpful Content Guidance“, Oktober 2026 – searchenginejournal.com · abgerufen 07.10.2026.
- Search Engine Roundtable (Barry Schwartz): „Google Warns Against Deceptive Authorship Information Within Content“, Oktober 2026 – seroundtable.com · abgerufen 07.10.2026.
- Google: „Search Quality Rater Guidelines“, Abschnitt 4.5.3 – guidelines.raterhub.com · abgerufen 07.10.2026.
- Google Search Central: „Article (Article, NewsArticle, BlogPosting) structured data“ – developers.google.com · abgerufen 07.10.2026.
Alle Quellen am 7. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen ohne belastbare Quelle sind im Text als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.