SEO-Tools

5. Oktober 2026

ca. 5 Min. Lesezeit

Google erklärt, was „Main Content“ ist: So prüfst du deine Seiten auf Aufwand, Originalität und Genauigkeit

Google hat seine Anleitung für hilfreiche Inhalte erweitert: Was als Hauptinhalt zählt und nach welchen vier Kriterien Qualitätsprüfer ihn bewerten. Mit Prüfraster für Leistungs-, Produkt- und Blogseiten.

Sebastian Ziermann

18 Jahre Online-Marketing · Beratung & Umsetzung

Redakteurin prüft mit einer Lupe ausgedruckte Seitenlayouts und markiert den Hauptinhalt – Main Content nach Google prüfen

In diesem Artikel

Schon eine Aufgabe im Kopf?

Das Wichtigste vorweg

Google hat seine Anleitung für hilfreiche Inhalte erweitert: Sie definiert jetzt, was „Main Content“ (Hauptinhalt) ist, und nennt vier Kriterien, nach denen die Qualitätsprüfer von Google ihn bewerten – Aufwand, Originalität, Können und Genauigkeit [1][2]. Für dich ist das ein brauchbares Prüfraster für Leistungs-, Produkt- und Blogseiten. Unten findest du es als Checkliste.

01 / Was neu ist

Was Google an der Doku geändert hat.

Die Seite „Creating helpful, reliable, people-first content“ ist Googles zentrale Anleitung für Inhalte. Barry Schwartz von Search Engine Roundtable hat Anfang Oktober 2026 auf zwei neue Abschnitte hingewiesen [2]. Google schreibt dort sinngemäß: Neben E-E-A-T sei einer der wichtigsten Faktoren in den Richtlinien für Qualitätsprüfer die Qualität des Hauptinhalts – also wie gut er die Seite ihren Zweck erfüllen lässt und Besuchern ein zufriedenstellendes Erlebnis bietet [2].

Eine Einordnung vorab: Die Qualitätsprüfer (Search Quality Raters) beeinflussen das Ranking nicht direkt. Google beschreibt ihre Bewertungen als Rückmeldung, ob die Systeme wie gewünscht arbeiten – ähnlich wie Feedbackkarten in einem Restaurant [1]. Die Kriterien zeigen also, wohin Google will, sie sind keine Ranking-Formel.

02 / Die Definition

Was zählt als Hauptinhalt?

Google definiert Main Content als jeden Teil einer Seite, der direkt dazu beiträgt, dass die Seite ihren Zweck erfüllt [1]. Dazu können gehören:

  • Text und Medien: der eigentliche Text, Artikel, Bilder, Audio oder Video.
  • Interaktive Funktionen: etwa Rechner, Online-Werkzeuge oder eine Suche.
  • Beiträge von Nutzern: Kundenbewertungen, Kommentare oder Forenbeiträge – wenn sie direkt den Zweck der Seite erfüllen.
  • Tabs und aufklappbare Bereiche: zum Beispiel Produktdetails, Sicherheitshinweise oder Bewertungen hinter einem Reiter.
  • Seitentitel und Überschriften: die sichtbaren Überschriften, die das Thema zusammenfassen [1].

Zwei Punkte sind für Shops und Dienstleister interessant. Erstens: Inhalte in Tabs zählen ausdrücklich mit. Du musst Produktdetails also nicht aus SEO-Gründen ausklappen. Zweitens: Kundenbewertungen können Hauptinhalt sein. Eine Produktseite mit echten, ausführlichen Bewertungen bietet mehr als eine mit drei Sternen ohne Text (Einschätzung).

03 / Die vier Kriterien

Aufwand, Originalität, Können, Genauigkeit.

Laut Google werden die Qualitätsprüfer darin geschult, diese grundlegenden Eigenschaften des Hauptinhalts zu bewerten [1]:

Aufwand (Effort)

Wie viel menschliche Arbeit in den Inhalt oder die Systeme dahinter geflossen ist. Hoher Aufwand ist etwa eine eigene Analyse oder ein selbst gebautes Werkzeug. Wenig bis kein Aufwand ist, Seiten automatisch aus Feeds zu erzeugen oder mit generativer KI große Textmengen ohne menschliche Kontrolle zu produzieren. Google ergänzt: Quellen anzugeben ersetzt keinen eigenen Aufwand [1].

Originalität (Originality)

Wie sehr der Inhalt eigene Informationen oder Sichtweisen bietet, die es auf anderen Websites noch nicht gibt [1].

Können (Talent or skill)

Ob der Inhalt das nötige Können zeigt, um Besucher zufriedenzustellen – etwa klar geschriebener Text, gut produziertes Video oder funktionierende Werkzeuge. Google betont, dass nicht jeder Inhalt Fachwissen braucht; wer erzählt, wie er seine Einfahrt schneller vom Schnee befreit, muss kein Experte sein [1].

Genauigkeit (Accuracy)

Informationsseiten sollen sachlich richtig sein. Bei Themen, die Leben oder Wohlergehen stark beeinflussen können (YMYL, etwa Gesundheit oder Finanzen), muss der Inhalt sehr genau sein und dem fachlichen Konsens entsprechen [1].

04 / Das Prüfraster

So prüfst du deine wichtigsten Seiten.

Nimm dir deine zehn wichtigsten Seiten vor – die mit den meisten Impressionen in der Search Console oder dem meisten Umsatz. Beantworte für jede Seite diese Fragen mit Ja oder Nein:

  1. Zweck: Kann ich in einem Satz sagen, was ein Besucher auf dieser Seite erledigen soll? Steht das, was dafür nötig ist, im sichtbaren Hauptbereich?
  2. Aufwand: Steckt in der Seite etwas, das nur wir liefern können – eigene Fotos, eigene Preise, eigene Abläufe, ein Rechner, ein Beispiel aus einem echten Projekt?
  3. Originalität: Würde die Seite auffallen, wenn man das Logo entfernt und sie neben die drei stärksten Wettbewerber legt?
  4. Können: Ist der Text verständlich, sind Bilder scharf, funktionieren Formulare und Filter auf dem Handy?
  5. Genauigkeit: Stimmen Preise, Öffnungszeiten, Lieferzeiten, technische Daten? Wann hat zuletzt jemand das geprüft?
  6. Wer: Ist erkennbar, wer den Inhalt erstellt hat? Google empfiehlt Autorenangaben dort, wo Leser sie erwarten, und warnt vor erfundenen Autorenprofilen, etwa mit KI-Porträts oder falschen Qualifikationen [1].

Jedes Nein ist eine Aufgabe. Fang mit den Seiten an, die viele Impressionen, aber wenige Klicks haben – dort ist der Hebel am größten (Einschätzung).

Ein Beispiel: Ein Hamburger Fahrradladen hat für jede Leistung eine Seite mit zwei Sätzen Text und einem Stockfoto (fiktives Beispiel). Mit eigenen Werkstattfotos, einer Preistabelle für typische Reparaturen und einer ehrlichen Angabe zur Wartezeit erfüllt dieselbe Seite alle vier Kriterien deutlich besser – ohne ein einziges zusätzliches Keyword.

Dieselben Fragen helfen übrigens auch bei der Sichtbarkeit in KI-Antworten. Wie du Inhalte dafür aufbereitest, steht im Beitrag zur GEO-Optimierung. Und wer viel mit KI-Texten arbeitet, sollte das Kriterium „Aufwand“ besonders ernst nehmen – siehe auch KI-Kennzeichnungspflicht nach dem AI Act.

Dein Seiten-Check

01

Top-10-Seiten
wählen

02

Sechs Fragen
beantworten

03

Jedes Nein
abarbeiten

Nach 28 Tagen Klickrate in der Search Console vergleichen.

SEO und GEO

Soll ich deine wichtigsten Seiten durchsehen?

Ich prüfe deine zehn wichtigsten Seiten nach Googles Kriterien, zeige dir, wo Hauptinhalt fehlt, und priorisiere die Aufgaben nach Aufwand und Wirkung.

FAQ

Häufige Fragen zum Hauptinhalt.

Ist das ein neues Ranking-Update?

Nein. Es ist eine Ergänzung der Dokumentation. Die Kriterien beschreiben, wie Qualitätsprüfer bewerten; deren Daten fließen laut Google nicht direkt in das Ranking ein [1].

Darf ich noch KI für Texte nutzen?

Ja. Google nennt als wenig Aufwand ausdrücklich große Textmengen per KI ohne manuelle Kontrolle oder Auswahl [1]. KI als Werkzeug mit eigener Prüfung und eigenen Inhalten ist davon nicht gemeint (Einschätzung).

Zählen Inhalte in Akkordeons und Tabs?

Ja, Google nennt Informationen hinter Tabs oder in aufklappbaren Bereichen ausdrücklich als möglichen Hauptinhalt [1].

Quellen

Quellen

  1. Google Search Central: „Creating helpful, reliable, people-first content“, Abschnitte „Main content“ und „Get to know E-E-A-T and the quality rater guidelines“ – developers.google.com · abgerufen 05.10.2026.
  2. Search Engine Roundtable (Barry Schwartz): „Google Helpful Content Doc With New Main Content & EOT/SA Sections“, Oktober 2026 – seroundtable.com · abgerufen 05.10.2026.

Alle Quellen am 5. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen ohne belastbare Quelle sind im Text als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

Sebastian Ziermann

Über den Autor

Sebastian Ziermann

Ich verbinde 18 Jahre Online-Marketing mit technischer Umsetzung und unterstütze Shopify-Shops und KMU bei KI, SEO und Webprojekten.

Vom Lesen ins Machen

Was könnte KI
dir abnehmen?

Erzähl mir, welche Aufgabe in deinem Marketing immer wieder Zeit kostet. Gemeinsam schauen wir, wo ein sinnvoller Einstieg liegt.

Ein guter Anfang

  1. Was möchtest du vereinfachen?
  2. Welche Tools nutzt du bereits?
  3. Wie sähe ein gutes Ergebnis aus?

Du brauchst noch keine fertige Lösung. Ein konkretes Anliegen reicht für den ersten Austausch.