Apple Tech News

24. Oktober 2026

ca. 9 Min. Lesezeit

Apple Creator Studio im Büro: KI-Assistent in Keynote, Pages und Numbers

Apple hat einen KI-Assistenten für Keynote, Pages und Numbers gestartet, als Beta, nur im Creator-Studio-Abo und vorerst nur auf US-Englisch. Was er kann, was das Abo in Deutschland kostet, wohin die Daten gehen und wie es sich gegen Microsoft 365 Copilot und Gemini schlägt.

Sebastian Ziermann

18 Jahre Online-Marketing · Beratung & Umsetzung

Kleines Team im hellen Hamburger Büro mit Blick auf die Speicherstadt bespricht an einem Desktop-Computer eine farbige Präsentation

In diesem Artikel

Schon eine Aufgabe im Kopf?

Das Wichtigste vorweg

Apple hat am 22. Oktober 2026 einen „Intelligent Assistant“ für Keynote, Pages und Numbers gestartet, als Beta und nur für Abonnenten von Apple Creator Studio [1][2]. Er setzt laut den Berichten ein Gerät mit Systemsprache Englisch (USA) und iOS 27 voraus, ein deutsch eingestelltes Büro bekommt ihn also vorerst nicht [2][3]. Das Abo kostet in Deutschland 12,99 € im Monat oder 129 € im Jahr [5] und ist für ein Team mit Macs eine Ergänzung, kein Ersatz für Microsoft 365 Copilot oder Gemini in Google Workspace.

01 / Was neu ist

Was der neue Assistent in Keynote, Pages und Numbers kann.

Bisher steckten in Apples Büro-Apps einzelne KI-Knöpfe: ein Bild erzeugen, Moderatornotizen schreiben lassen, eine Präsentation aus einer Gliederung bauen. Der neue Assistent ist dagegen ein Gesprächspartner, der das geöffnete Dokument kennt. Laut den Versionshinweisen, die 9to5Mac und AppleInsider wiedergeben, kann er in den drei Apps Folgendes [2][3]:

  • Pages: einen ersten Entwurf beginnen, Text überarbeiten und ordnen, einzelne Abschnitte schreiben, den Ton anpassen sowie Bilder und Formen per Beschreibung erzeugen.
  • Keynote: die Geschichte einer Präsentation aufbauen, Animationen hinzufügen, Folien verfeinern und Folien, Moderatornotizen, Bilder und Formen per Beschreibung erzeugen.
  • Numbers: Auffälligkeiten in Daten finden, komplexe Formeln bauen, Tabellen erzeugen, Diagramme vorschlagen und bei Formeln in normaler Sprache helfen.

In allen drei Apps kann der Assistent außerdem aktuelle Informationen zu einem Thema im Web suchen und ins Dokument übernehmen [1][3]. Er soll auch erklären, wie fortgeschrittene Funktionen funktionieren, und Vorschläge machen, was du ausprobieren kannst [1]. Nach Einschätzung von 9to5Mac ist er von Siri getrennt [3].

Zwei Neuerungen gelten für alle, auch ohne Abo: Keynote bekommt ein offenes Austauschformat (.keyx), das die Bearbeitung von Keynote-Dateien in anderen Programmen erleichtern soll, und die drei Apps unterstützen das iPhone Duo [1][2].

02 / Voraussetzungen

Warum ein deutsches Büro den Assistenten noch nicht nutzen kann.

Die wichtigste Einschränkung steht in den Berichten von 9to5Mac und AppleInsider: Der Assistent ist eine Beta, läuft nur mit Englisch (USA) als Gerätesprache und braucht iOS 27 oder neuer [2][3]. Welche macOS-Version auf dem Mac nötig ist, nennen die Berichte nicht. Das ist offen, bis Apple die Anforderungen in seiner Support-Dokumentation ergänzt.

Für die älteren Creator-Studio-Funktionen hat Apple die Anforderungen dokumentiert. „Präsentation erstellen“, „Moderatornotizen erstellen“, „Bild generieren“ und „Form erstellen“ brauchen einen Mac mit Apple-Chip und macOS 26, ein iPhone 15 Pro oder neuer mit iOS 26 oder ein passendes iPad, dazu einen Apple Account mit aktiver iCloud [4]. Apple schreibt ausdrücklich, dass Konfigurationen von verwalteten Accounts die Verfügbarkeit einschränken können [4]. Wenn eure Macs über Apple Business mit verwalteten Apple Accounts laufen, solltest du das vorher an einem Gerät testen. Wie die Verwaltung dort aufgebaut ist, steht in Apple Business: Einrichtung und Kosten.

Auch der Start lief holprig. AppleInsider berichtet, Apple habe die drei Apps kurz nach dem Update aus dem App Store für iPhone und Mac genommen, ob wegen eines Fehlers oder absichtlich, sei unklar [2]. MacRumors schreibt später, das Update sei nach der vorübergehenden Entfernung wieder verfügbar [1]. Im deutschen App Store zeigte Keynote am 23. Oktober die Version 15.4.2 mit dem Hinweis „Fehlerbehebungen und Leistungsverbesserungen“ [6]. Ob der Assistent hierzulande damit schon ausgeliefert wird, lässt sich daraus nicht ablesen.

Die Systemsprache eines Firmen-Macs auf Englisch (USA) umzustellen, nur um eine Beta auszuprobieren, würde ich für den Arbeitsalltag nicht empfehlen (Einschätzung). Menüs, Datumsformate und Rechtschreibprüfung ändern sich dann mit, und Texte für deutsche Kunden schreibt der Assistent ohnehin in einer Umgebung, die nicht dafür gedacht ist. Wann Deutsch dazukommt, hat Apple nicht angekündigt.

03 / Kosten

Was Apple Creator Studio kostet und was drin ist.

Auf der deutschen Apple-Seite kostet Creator Studio 12,99 € im Monat oder 129 € im Jahr nach einem kostenlosen Probemonat für neue Abonnenten [5]. Wer einen neuen Mac oder ein neues iPad kauft, kann drei Monate kostenlos testen; Studierende und Lehrkräfte zahlen 2,99 € im Monat oder 29 € im Jahr [5]. In den USA liegt der Preis bei 12,99 Dollar im Monat [1].

Im Abo stecken Final Cut Pro, Logic Pro, Pixelmator Pro, Motion, Compressor und MainStage sowie Premium-Vorlagen, eine Bibliothek mit lizenzfreien Fotos und Grafiken und die KI-Funktionen in Keynote, Pages, Numbers und Freeform [5]. Die Büro-Apps selbst bleiben kostenlos, Erstellen, Bearbeiten und gemeinsames Arbeiten in Echtzeit brauchen kein Abo [5][6]. Endet das Abo, bleiben Keynote-, Pages- und Numbers-Dokumente bearbeitbar, nur die kostenpflichtigen Funktionen fallen weg [5].

Die KI-Funktionen haben Monatsgrenzen. Apple garantiert bei ausschließlicher Nutzung mindestens 50 Bilder, 250 Formen, 50 Präsentationen mit etwa 8 bis 10 Folien und Moderatornotizen für 700 Folien pro Monat [4]. Ob und wie der neue Assistent auf diese Kontingente angerechnet wird, steht in den Quellen nicht.

Für Firmen ist ein Punkt wichtig: Apple beschreibt nur das Standard-Abo, das Studierenden-Abo und die Familienfreigabe mit bis zu fünf weiteren Personen [5]. Eine Team- oder Business-Variante mit zentraler Verwaltung nennt die Seite nicht. Das Abo hängt also am einzelnen Apple Account. Für ein Büro heißt das nach meiner Einschätzung: ein Abo pro Person, die es wirklich nutzt, abgerechnet über den jeweiligen Account. Die Familienfreigabe ist für Familien gedacht und kein Weg, Mitarbeitende mitzuversorgen.

04 / Datenschutz

Wohin deine Daten gehen, wenn du die KI nutzt.

Ein Teil der Funktionen läuft nicht bei Apple, sondern bei anderen Anbietern. „Präsentation erstellen“ und die Bilder dafür kommen von OpenAI, „Bild generieren“, „Form erstellen“ und „Moderatornotizen erstellen“ von Google Cloud [4]. Ein eigenes Konto bei diesen Anbietern brauchst du nicht, und die Funktionen sind laut Apple nicht mit persönlichen ChatGPT- oder Google-Konten verbunden [4].

Apple beschreibt den Datenfluss so [4]:

  • Deine Anfrage und die Inhalte, die du teilst, gehen an den Anbieter, dazu Zeitzone, Land, Gerätetyp, Sprache und die genutzte Funktion.
  • Der ungefähre Standort wird geteilt, die IP-Adresse nicht.
  • Die Daten sind nicht mit deinem Apple Account verknüpft, der Anbieter speichert sie nicht, sofern das Gesetz es nicht verlangt.
  • Die Anbieter dürfen die Daten nicht zum Training ihrer Modelle verwenden.

Das klingt solide. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag für Firmenkunden oder Angaben zum Serverstandort habe ich in den Quellen zu Creator Studio nicht gefunden. Solange das offen ist, würde ich Kundendaten, Angebote mit Preisen oder Personaldaten nicht durch die KI-Funktionen schicken (Einschätzung). Für Präsentationen mit öffentlichen Informationen oder Entwürfe ohne Personenbezug ist das Risiko geringer. Wenn du die Apple-KI auf Firmengeräten lieber ganz abschaltest, hilft Apple Intelligence deaktivieren.

05 / Vergleich

Lohnt sich das für ein kleines Team im Vergleich zu Copilot und Gemini?

Auf den ersten Blick ist Creator Studio günstig. Zum Vergleich die Listenpreise der beiden großen Büro-KIs:

  • Microsoft 365 Copilot Business als Zusatz zu einem bestehenden Microsoft-365-Abo: derzeit 15,60 € statt 18,20 € je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, 21,84 € im Monatsabo, jeweils zuzüglich MwSt. Im Paket mit Business Standard sind es 20,36 € [7]. Was die Aktion bedeutet und wie die nutzungsbasierte Abrechnung funktioniert, steht in Microsoft Copilot: Was es kostet.
  • Google Workspace Business Standard: 13,60 € je Nutzer und Monat bei einjähriger Vertragsdauer, inklusive Gemini in Gmail, Docs, Meet und weiteren Apps, Gemini Notebook, E-Mail mit eigener Domain und 2 TB Speicher [8].
  • Apple Creator Studio: 12,99 € im Monat oder 129 € im Jahr pro Abo [5], dafür Kreativ-Apps und KI in Keynote, Pages, Numbers und Freeform.

Der Preis allein sagt aber wenig, denn die Pakete lösen unterschiedliche Aufgaben. Copilot und Gemini arbeiten dort, wo der Büroalltag stattfindet: in Mails, Kalendern, Besprechungen und gemeinsamen Dokumenten, mit Verwaltung durch die Firma [7][8]. Creator Studio deckt nur die drei Apple-Büro-Apps plus Freeform ab, hat keine Team-Verwaltung und den Assistenten vorerst nur auf US-Englisch [2][5].

Meine Einschätzung für ein kleines Büro mit Macs:

  • Ihr arbeitet in Microsoft 365 oder Google Workspace: Bleibt bei Copilot oder Gemini. Dort liegen eure Dateien, und eine weitere KI in Keynote ändert daran wenig.
  • Ihr präsentiert viel in Keynote oder braucht Final Cut Pro und Pixelmator Pro: Dann kann ein einzelnes Abo für die Person sinnvoll sein, die Präsentationen, Grafiken und Videos baut. Die Kreativ-Apps sind hier der eigentliche Gegenwert, die KI ist eine Zugabe.
  • Ihr sucht eine allgemeine KI für Texte und Recherche: Dafür sind ChatGPT, Claude oder Gemini die bessere Wahl. Einen Vergleich für Teams findest du in ChatGPT, Claude oder Gemini.

Den Assistenten selbst würde ich frühestens dann neu bewerten, wenn Apple ihn auf Deutsch freigibt und die Beta-Kennzeichnung fällt. Bis dahin ist der Probemonat ein guter Weg, die bereits verfügbaren Keynote-Funktionen an einem echten Projekt zu testen, ohne Geld auszugeben.

Creator Studio im Büro prüfen

01

Bedarf
klären

02

Ein Mac,
ein Monat

03

Datenregeln
festlegen

Den Assistenten neu bewerten, wenn er auf Deutsch kommt.

KI-Beratung

Welche KI passt zu deinem Büro?

Ich schaue mir an, mit welchen Programmen ihr arbeitet, vergleiche Copilot, Gemini, ChatGPT und Apples Angebote mit euren Aufgaben und lege mit dir fest, welche Daten in welche KI dürfen.

FAQ

Häufige Fragen zu Apple Creator Studio.

Gibt es den Assistenten auf Deutsch?

Noch nicht. Laut den Berichten zum Start braucht er Englisch (USA) als Gerätesprache [2][3]. Einen Termin für Deutsch hat Apple nicht genannt.

Brauche ich das Abo, um Keynote, Pages und Numbers zu nutzen?

Nein. Die Apps bleiben kostenlos, auch das gemeinsame Bearbeiten. Das Abo schaltet Premium-Vorlagen, Bildbibliothek und KI-Funktionen frei [5][6].

Kann ich ein Abo für mehrere Mitarbeitende nutzen?

Apple nennt nur die Familienfreigabe mit bis zu fünf weiteren Personen [5]. Eine Firmenvariante beschreibt die Seite nicht; für ein Team würde ich mit einem Abo pro Person rechnen (Einschätzung).

Quellen

Quellen

  1. MacRumors (Juli Clover): „Apple's iWork Apps Get 'Intelligent Assistant' and iPhone Duo Support“, 22. Oktober 2026 – macrumors.com · abgerufen 23.10.2026.
  2. AppleInsider (Lou Hartle): „Intelligent Assistant added to iWork apps for Creative Studio subscribers“, 22. Oktober 2026 – appleinsider.com · abgerufen 23.10.2026.
  3. 9to5Mac (Ryan Christoffel): „Pages, Keynote, Numbers just added powerful new AI features“, 22. Oktober 2026 – 9to5mac.com · abgerufen 23.10.2026.
  4. Apple Support: „Informationen zu den Intelligence-Funktionen in Apple Creator Studio“ (englische Fassung veröffentlicht 29. September 2026) – support.apple.com · abgerufen 23.10.2026.
  5. Apple: „Apple Creator Studio“ (Preise und FAQ für Deutschland) – apple.com · abgerufen 23.10.2026.
  6. App Store (Deutschland): „Keynote“, Version 15.4.2 – apps.apple.com · abgerufen 23.10.2026.
  7. Microsoft: „Microsoft 365 Copilot-Pläne und Preise“ – microsoft.com · abgerufen 23.10.2026.
  8. Google Workspace: „Mehr Effizienz für Ihr Unternehmen“ (Preise für Deutschland) – workspace.google.com · abgerufen 23.10.2026.

Alle Quellen am 23. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen ohne belastbare Quelle sind im Text als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

Sebastian Ziermann

Über den Autor

Sebastian Ziermann

Ich verbinde 18 Jahre Online-Marketing mit technischer Umsetzung und unterstütze Shopify-Shops und KMU bei KI, SEO und Webprojekten.

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