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15. Oktober 2026

ca. 8 Min. Lesezeit

Googles KI-Modus rückt in die normale Suche: Seitenleisten-Test, Gemini 4 Argon im KI-Modus und was du jetzt in der Search Console misst

Google testet die Seitenleiste des KI-Modus auf der normalen Ergebnisseite, seit 13. Oktober steht Gemini 4 Argon im KI-Modus für AI-Pro- und Ultra-Abos bereit. Was davon Test ist, was eingeführt ist und wie du jetzt im KI-Bericht der Search Console eine Ausgangsbasis anlegst.

Sebastian Ziermann

18 Jahre Online-Marketing · Beratung & Umsetzung

Website-Betreiber prüft am Laptop in einem hellen Hamburger Büro Diagramme zur Sichtbarkeit seiner Seiten in Googles KI-Modus

In diesem Artikel

Schon eine Aufgabe im Kopf?

Das Wichtigste vorweg

Google testet, die Seitenleiste des KI-Modus auch auf der normalen Ergebnisseite zu zeigen. Das ist bisher ein Test, keine Einführung [1]. Eingeführt ist dagegen Gemini 4 Argon: Seit dem 13. Oktober können Abonnenten von Google AI Pro und Ultra das Modell im KI-Modus nutzen [2][3]. Für dich heißt das vor allem: Impressionen im KI-Bericht der Search Console jetzt sauber mitschreiben, damit du spätere Veränderungen erkennst [4][5].

01 / Der Seitenleisten-Test

Was Google bei der Ergebnisseite gerade ausprobiert.

Wer den KI-Modus öffnet, kennt die schmale Leiste am linken Rand: oben das kleine bunte G, darunter der Verlauf früherer Chats, ein Knopf für einen neuen Chat und das Einstellungssymbol. Genau diese Leiste testet Google jetzt auch auf der klassischen Ergebnisseite mit den blauen Links. Barry Schwartz von Search Engine Roundtable hat das am 14. Oktober beschrieben [1].

Entdeckt hat es Damien Andell, der einen Screenshot auf X geteilt hat. Er hielt die Leiste schon für vollständig eingeführt. Schwartz konnte sie in seinen eigenen Browsern aber nicht nachstellen und geht deshalb von einem Test aus [1]. Das ist der Stand, mit dem du rechnen solltest: Manche Nutzer sehen die Leiste, die meisten noch nicht.

Zwischenzeitlich gab es noch eine zweite Beobachtung. Marie Haynes sah im KI-Modus Gespräche in der Seitenleiste, die sie zuerst für Unterhaltungen aus der Gemini-App hielt. Später korrigierte sie sich: Es waren Gespräche mit dem Gemini-Overlay auf ihrem Android-Telefon, keine Verschmelzung von Gemini-App und KI-Modus [1]. Auch hier gilt also: beobachtet, nicht offiziell angekündigt.

Warum ist der Test trotzdem interessant? Schwartz schreibt, die Leiste mache den KI-Modus über die normale Suche noch leichter erreichbar und bringe ihn einen Schritt näher daran, Standard in der Google-Suche zu werden [1]. Das ist seine Einschätzung, keine Aussage von Google. Ich teile sie in der Richtung: Je weniger Klicks zwischen Suchschlitz und KI-Chat liegen, desto mehr Suchen dürften dort enden (Einschätzung).

02 / Gemini 4 Argon

Was mit Gemini 4 Argon im KI-Modus wirklich neu ist.

Anders als die Seitenleiste ist das neue Modell offiziell. Google hatte Gemini 4 Argon Ende September angekündigt und am 13. Oktober bekannt gegeben, dass es jetzt weltweit verfügbar ist: per API für Entwickler und Unternehmen, in der Gemini-App und im KI-Modus der Suche für Abonnenten von Google AI Pro und Ultra [2][3]. Wer kein solches Abo hat, merkt davon im KI-Modus also erst einmal nichts.

Laut den Google-Verantwortlichen Nick Fox und Robby Stein bringt Argon im KI-Modus vor allem Verbesserungen bei vielschichtigen Aufgaben mit mehreren Schritten. Das Modell soll die Absicht hinter einer Frage besser verstehen und Anweisungen in längeren Hin-und-her-Gesprächen besser befolgen [2]. Google selbst stellt Argon als Modell für anspruchsvolle Arbeit in Bereichen wie Programmierung, Finanzen, Recht und Wissenschaft vor [3].

Ein Detail ist für Websitebetreiber wichtiger als alle Benchmarks: Die Antworten im KI-Modus enthalten mit Argon Links. Schwartz weist darauf hin, dass das bei einer früheren Modelleinführung (Gemini 3.8 Flash) anders war [2]. Das beruht auf Beobachtungen aus der Community, nicht auf einer Google-Angabe zur Linkzahl.

Zur Einordnung hilft, wie der KI-Modus grundsätzlich arbeitet. Google beschreibt, dass er eine Frage in Unterthemen zerlegt und für jedes davon gleichzeitig sucht. Ist die Qualität einer KI-Antwort nicht gesichert, zeigt er stattdessen eine Reihe von Weblinks [6]. Deutschland und die deutsche Sprache gehören zu den unterstützten Regionen [6]. Ein stärkeres Modell ändert an diesem Prinzip nichts, es verarbeitet die Unterthemen nur gründlicher (Einschätzung).

03 / Messen in der Search Console

Wie du Impressionen aus dem KI-Modus verfolgst.

Ob Seitenleiste oder neues Modell: Was davon bei deiner Website ankommt, siehst du im Leistungsbericht für generative KI in der Search Console. Google hat ihn im Juni 2026 vorgestellt und seit dem 31. August für alle Websites weltweit freigeschaltet [4]. Wie du den Bericht grundsätzlich findest und liest, habe ich in Der KI-Bericht in der Search Console beschrieben. Hier geht es um die Frage, was du jetzt konkret beobachtest.

Was der Bericht zählt und was nicht

  • Impressionen: Gezählt wird, wie oft Links zu deiner Website in einer KI-Funktion der Google-Suche angezeigt wurden. Dazu gehören KI-Übersichten und der KI-Modus [5]. Klicks führt Google in der Liste der Kennzahlen nicht auf [4].
  • Aufteilung: Du kannst nach Seiten, Ländern, Geräten und Datum gruppieren [5]. Seiten werden der kanonischen URL zugeordnet, also der Ziel-URL nach Weiterleitungen [5].
  • Zeitraster: Laut Google stündlich, täglich, wöchentlich oder monatlich [4]. Alle Daten laufen in pazifischer Zeit, die neuesten Werte sind vorläufig und als gestrichelte Linie markiert [5].
  • Suchtyp: Ein Filter trennt Textsuchen von multimodalen Suchen, etwa über Google Lens oder Circle to Search [5].
  • Nicht enthalten: Experimente aus Search Labs fließen nicht ein [5]. Eine getrennte Auswertung nur für den KI-Modus, ohne KI-Übersichten, beschreibt Google in der Hilfe nicht [5].

Wichtig für die Einordnung: Diese Impressionen sind kein Zusatz zu deinen übrigen Zahlen. Sie stecken bereits im Suchtyp „Web“ des normalen Leistungsberichts, der neue Bericht zeigt sie nur gesondert [4][5]. Wenn die Gesamtimpressionen steigen und die KI-Impressionen mitwachsen, ist das also kein doppelter Gewinn.

So legst du jetzt eine Ausgangsbasis an

Wenn Google die Seitenleiste breiter ausrollt, willst du einen Vorher-Nachher-Vergleich haben. Deshalb würde ich diese Woche Folgendes tun:

  1. Export ziehen: Im KI-Bericht die letzten drei Monate wählen, Tab „Seiten“ öffnen und über den Export-Knopf Diagramm und Tabelle herunterladen [5]. Werte, die im Bericht als „~“ oder „-“ erscheinen, stehen im Export als null [5].
  2. Daten markieren: Den 13. Oktober (Argon im KI-Modus) und den 14. Oktober (erste Meldung zum Seitenleisten-Test) in deinem Dashboard oder einer Notiz festhalten [1][2].
  3. Gegenprobe machen: Für die zehn Seiten mit den meisten KI-Impressionen im normalen Leistungsbericht Klicks und Klickrate im selben Zeitraum ansehen. Steigen KI-Impressionen, während Klicks sinken, wird die Seite womöglich beantwortet, ohne besucht zu werden (Einschätzung).
  4. Rhythmus festlegen: Einmal pro Woche exportieren und die Daten über mehrere Wochen vergleichen statt Tag für Tag. Die Tabelle zeigt wie der normale Bericht höchstens 1.000 Zeilen [5], bei großen Websites lohnt deshalb ein Filter auf Verzeichnisse.

Wenn du die Zahlen ohnehin in einem Dashboard zusammenführst, passt der wöchentliche Export gut neben die Daten aus deinem SEO-Dashboard in Data Studio (früher Looker Studio). Und falls die Klicks deutlich einbrechen, hilft dir die Prüfliste in Ranking-Verlust prüfen, die Ursache von einem bloßen KI-Effekt zu unterscheiden.

Zeigt dir die Search Console gar keinen KI-Bericht, hat deine Website laut Google meist noch zu wenige Impressionen in KI-Funktionen. Möglich ist auch, dass sie in den Einstellungen von den KI-Funktionen der Suche ausgeschlossen wurde [5].

04 / Betroffene Seitentypen

Welche Seiten den KI-Modus zuerst spüren dürften.

Belastbare Zahlen dazu, welche Seitentypen durch die Seitenleiste oder durch Argon mehr oder weniger Besuche bekommen, gibt es noch nicht. Die folgende Liste ist deshalb ausdrücklich meine Einschätzung, abgeleitet aus dem, was Google über die Arbeitsweise des KI-Modus und die Stärken von Argon sagt [2][6].

  • Ratgeber mit mehrstufigen Fragen: „Welche Förderung bekomme ich für eine Wärmepumpe und wie beantrage ich sie?“ ist genau die Art Frage, die der KI-Modus in Unterthemen zerlegt [6]. Seiten, die nur einen Teil davon beantworten, werden eher als eine von mehreren Quellen zitiert (Einschätzung).
  • Vergleiche und Auswahlhilfen: Wenn Argon Anweisungen in längeren Gesprächen besser befolgt [2], können Nutzer ihre Auswahl im Chat eingrenzen, statt mehrere Vergleichsseiten zu öffnen (Einschätzung).
  • Kurze Definitionen und Fakten: Reine Erklärseiten ohne eigene Erfahrung oder Daten verlieren am ehesten Klicks, weil die Antwort im Chat oft reicht (Einschätzung).
  • Leistungsseiten und lokale Anbieter: Ein Hamburger Handwerksbetrieb oder eine Kanzlei wird am Ende trotzdem angerufen. Hier geht es weniger um verlorene Klicks als darum, im KI-Modus überhaupt als Quelle genannt zu werden (Einschätzung).

Was du daraus machst, ist keine neue Disziplin, sondern sauberes Handwerk: eigene Daten, klare Antworten am Anfang eines Abschnitts, aktuelle Angaben. Wie das konkret aussieht, steht in meinem Beitrag zur GEO-Optimierung. Wie der KI-Modus Aufgaben für Nutzer übernimmt, etwa Preise beobachtet, habe ich in Googles KI-Modus überwacht Preise beschrieben.

KI-Modus im Blick in drei Schritten

01

Ausgangswert
exportieren

02

Klicks
gegenprüfen

03

Wöchentlich
vergleichen

Erst messen, dann Inhalte anpassen.

GEO-Check

Willst du wissen, wie sichtbar deine Website im KI-Modus ist?

Ich werte den KI-Bericht deiner Search Console aus, gleiche ihn mit Klicks und Anfragen ab und zeige dir, welche Seiten du für KI-Antworten zuerst überarbeiten solltest.

FAQ

Häufige Fragen zum Google KI-Modus.

Ist die KI-Seitenleiste in der normalen Suche schon für alle da?

Nein. Nach dem Stand vom 14. Oktober handelt es sich um einen Test, den nur einzelne Nutzer sehen [1].

Brauche ich ein Abo, um Gemini 4 Argon im KI-Modus zu nutzen?

Ja. Google nennt für den KI-Modus Abonnenten von Google AI Pro und Ultra [3]. Der KI-Modus selbst ist laut Google auch in Deutschland und auf Deutsch verfügbar [6].

Sehe ich in der Search Console, welche Suchanfragen zum KI-Modus führen?

Google nennt als Gruppierungen Seiten, Länder, Geräte und Datum [5]. Suchanfragen gehören nicht dazu. Du siehst also, welche Seiten erscheinen, aber nicht, bei welchen Fragen.

Quellen

Quellen

  1. Search Engine Roundtable (Barry Schwartz): „Google Tests AI Mode Left Sidebar On Main Google Search Results Page“, 14. Oktober 2026 – seroundtable.com · abgerufen 15.10.2026.
  2. Search Engine Roundtable (Barry Schwartz): „Gemini 4 Argon In Google Search Via AI Mode“, 13. Oktober 2026 – seroundtable.com · abgerufen 15.10.2026.
  3. Google Blog (Koray Kavukcuoglu): „Gemini 4 Argon: Built to solve your hardest problems“, 13. Oktober 2026 – blog.google · abgerufen 15.10.2026.
  4. Google Search Central Blog (Hillel Maoz, Moshe Samet): „Introducing Search Generative AI performance reports in Search Console“, 3. Juni 2026, ergänzt 31. August 2026 – developers.google.com · abgerufen 15.10.2026.
  5. Search Console-Hilfe: „Generative AI performance report (Search)“ – support.google.com · abgerufen 15.10.2026.
  6. Google Search-Hilfe: „Get AI-powered responses with AI Mode in Google Search“ – support.google.com · abgerufen 15.10.2026.

Alle Quellen am 15. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen ohne belastbare Quelle sind im Text als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

Sebastian Ziermann

Über den Autor

Sebastian Ziermann

Ich verbinde 18 Jahre Online-Marketing mit technischer Umsetzung und unterstütze Shopify-Shops und KMU bei KI, SEO und Webprojekten.

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