SEO-Tools

3. Oktober 2026

ca. 8 Min. Lesezeit

KI-Bericht und KI-Opt-out in der Search Console: So nutzt du die neuen Daten

Seit 31. August zeigt die Search Console weltweit Impressionen aus AI Overviews und KI-Modus – ohne Klicks und Suchanfragen. So wertest du den Bericht monatlich aus und entscheidest, ob das KI-Opt-out für dich infrage kommt.

Sebastian Ziermann

18 Jahre Online-Marketing · Beratung & Umsetzung

Inhaber eines kleinen Fahrradladens in Hamburg schaut am Tresen auf einen Laptop mit bunten Diagrammen und einem KI-Funken-Symbol – KI-Bericht in der Search Console

In diesem Artikel

Schon eine Aufgabe im Kopf?

Das Wichtigste vorweg

Seit dem 31. August 2026 zeigt die Google Search Console weltweit, wie oft Links zu deiner Website in AI Overviews („Übersichten mit KI“) und im KI-Modus erscheinen. Der Bericht liefert Impressionen nach Seite, Land, Gerät und Datum, aber keine Klicks und keine Suchanfragen. Mit der neuen Einstellung zum KI-Opt-out kannst du deine Website aus diesen Funktionen nehmen. Für die meisten KMU und Shops ist das nach meiner Einschätzung kein guter Tausch.

01 / Was neu ist

Was zeigt der KI-Bericht in der Search Console?

Google hat die „Leistungsberichte zu generativen KI-Funktionen“ am 3. Juni 2026 im Search Central Blog vorgestellt, zunächst für eine Teilmenge von Websites [4]. Laut Google-Blog begann der Test mit Websiteinhabern in Großbritannien. Seit dem 31. August 2026 sind Bericht und Opt-out-Einstellung für alle Websites weltweit ausgerollt [1][3][5].

Es gibt zwei getrennte Berichte: einen für die Google-Suche und einen für Discover [4]. Der Suchbericht enthält Impressionen aus zwei Funktionen: AI Overviews und dem KI-Modus. Experimente aus Search Labs sind nicht enthalten [3].

Diese Daten bekommst du

  • Impressionen: Wie oft ein Link zu deiner Website in einer KI-Funktion der Suche angezeigt wurde [3].
  • Seiten: Die finale URL nach Weiterleitungen. Wie im normalen Leistungsbericht landen die meisten Daten bei der kanonischen URL, nicht bei Duplikaten [3].
  • Länder und Geräte: Woher die Suche kam und ob auf Computer, Tablet oder Smartphone gesucht wurde [3].
  • Datum: Laut Ankündigung stündlich, täglich, wöchentlich oder monatlich [4]. Alle Zeiten gelten in pazifischer Zeit [3].

Was fehlt

Klicks, Klickrate und Suchanfragen führt Googles Hilfeseite nicht auf, die einzige Kennzahl sind Impressionen [3]. Search Engine Journal fasst es so zusammen: Der Bericht kombiniert AI Overviews und KI-Modus und enthält weder Klicks noch Suchanfragen [7].

Die Tabelle hat dieselben Grenzen wie der normale Leistungsbericht, etwa 1.000 Zeilen [3]. Und wichtig für die Einordnung: Die KI-Impressionen sind kein Zusatz. Sie stecken weiterhin auch im allgemeinen Leistungsbericht unter dem Suchtyp „Web“ [4][6].

02 / Das KI-Opt-out

Was die Einstellung technisch bewirkt.

Die Einstellung findest du unter „Einstellungen“ und dann „Generative KI-Funktionen der Google Suche“. Sie gilt für AI Overviews, den KI-Modus und generative KI-Funktionen in Discover [2]. Es gibt drei Optionen [1]:

  • Einbeziehen: Deine Inhalte können als Link erscheinen und KI-Antworten fundieren. Das ist der Standard.
  • Ausschließen: Keine Links, keine Fundierung von Antworten mit deinen Inhalten, keine Impressionen und keine Zugriffe aus diesen Funktionen.
  • Von übergeordneter Property übernehmen: Standard, wenn deine Property eine übergeordnete hat. Änderungen oben gelten automatisch unten.

Google beschreibt die Grenzen genau [1][2]. Die Einstellung ist kein Ranking-Signal für andere Bereiche der Suche. Sie überschreibt nicht deine Entscheidungen im Merchant Center oder bei Google Ads. Inhalte anderer Websites bleiben in den KI-Antworten und können deinen ähneln. Ein Ausschluss wirkt in der Regel nach einigen Tagen, einzelne Inhalte können wegen Caching länger brauchen.

Abgrenzung zu nosnippet, Google-Extended und noindex

  • KI-Training: Die Search-Console-Einstellung hat keinen Einfluss auf das Training der Modelle. Dafür verweist Google auf den robots.txt-Token Google-Extended [1].
  • Snippets: Mit nosnippet, data-nosnippet oder max-snippet begrenzt du, was aus deinen Seiten in der Suche angezeigt wird [6]. Wer in AI Overviews als Link erscheinen will, braucht eine indexierte Seite, die mit Snippet angezeigt werden darf [6]. nosnippet nimmt also auch die klassischen Snippets weg [7].
  • Komplett raus: Wer gar nicht in der Google-Suche erscheinen will, nutzt noindex [1].

Neu ist also: Du kannst die KI-Funktionen abschalten, ohne deine normalen Snippets zu verlieren. Aber nur für die ganze Property. Seitengenaue Steuerung muss Google laut Search Engine Journal erst bis März 2027 anbieten, als Auflage der britischen Wettbewerbsbehörde CMA [7].

Ein Hinweis zur deutschen Hilfe: Bei meinem Abruf am 3. Oktober stand dort noch der alte Satz, die Einstellung sei nur für eine Teilmenge verfügbar [2]. Die englische Fassung nennt den weltweiten Rollout zum 31. August [1]. Ich gehe von einer noch nicht aktualisierten Übersetzung aus.

Jeden Monat in drei Schritten

01

Seiten
exportieren

02

Mit Klicks
abgleichen

03

Seiten
verbessern

Ein fester Termin im Monat reicht, um Muster zu erkennen.

03 / Monatliche Auswertung

So wertest du den Bericht als KMU oder Shop aus.

Den Bericht öffnest du in der Search Console unter „Leistung“. Wenn er fehlt, hat deine Website laut Google womöglich zu wenige KI-Impressionen, oder sie ist von den KI-Funktionen ausgeschlossen [3]. Der folgende Ablauf ist mein Vorschlag, keine Vorgabe von Google.

  1. Einstellung prüfen. Unter „Einstellungen“ nachsehen, ob die Property einbezogen ist. Bei Domain- und Unter-Properties auch die Vererbung kontrollieren [1].
  2. Seiten exportieren. Im KI-Bericht den Tab „Seiten“ für den letzten Monat öffnen und exportieren. Gleiche Ansicht im normalen Leistungsbericht unter „Web“ mit Klicks und Impressionen ebenfalls exportieren.
  3. Nebeneinanderlegen. Beide Listen in einer Tabelle über die URL verbinden. Spannend sind Seiten mit vielen KI-Impressionen und wenigen Klicks im Web-Bericht. Das ist keine Ursache, nur ein Hinweis, wo du genauer hinsehen solltest.
  4. Länder prüfen. Für einen Hamburger Betrieb mit Kundschaft in Deutschland zählen vor allem Impressionen aus Deutschland.

Ein mögliches Beispiel: Ein Fahrradladen sieht, dass sein Ratgeber zur Wahl der Rahmengröße regelmäßig in KI-Antworten erscheint, die Seite zu Inspektionen aber nicht. Dann lohnt der Blick, ob die Inspektionsseite konkrete, eigene Informationen enthält oder nur allgemeine Sätze. Wie du Inhalte für KI-Antworten aufbaust, beschreibe ich unter GEO-Optimierung verständlich erklärt.

Google empfiehlt für KI-Funktionen dieselben SEO-Grundlagen wie für die Suche insgesamt. Zusätzliche technische Anforderungen gibt es laut Google nicht [6]. Genannt werden unter anderem wichtige Inhalte in Textform, gute Bilder, strukturierte Daten passend zum sichtbaren Text sowie aktuelle Angaben in Merchant Center und Unternehmensprofil [6].

04 / Reporting

API, Looker Studio und der Multimodal-Filter.

Die API-Dokumentation kennt beim Parameter type die Werte web, image, video, news, discover und googleNews, aber keinen eigenen Wert für KI-Funktionen [8]. Der Search-Console-Connector in Data Studio, dem früheren Looker Studio, listet dieselben Suchtypen [9]. Bis Google das ändert, bleibt der monatliche Export aus der Oberfläche der praktikable Weg.

Die Lage ähnelt dem Multimodal-Filter vom September. Google hat den Suchtyp „multimodal“ ausdrücklich auch in den Bericht zu generativen KI-Funktionen eingebaut [10]. Du kannst dort also prüfen, ob deine Seiten in KI-Antworten auf Suchen mit Bild auftauchen. In beiden Fällen siehst du Seiten statt Suchanfragen, und in beiden Fällen fehlt ein eigener Wert in API und Connector [8][9]. Details dazu stehen in meinem Beitrag zum Multimodal-Filter in der Search Console.

So baust du es in deinen Report ein

Quelle

Monatlicher Export „Seiten“ aus dem KI-Bericht, abgelegt als Tabelle (z. B. Google Sheets) und im Dashboard angebunden.

Kennzahl

Nur „KI-Impressionen“ beschriften, nie „KI-Klicks“ oder „KI-Traffic“. Die Daten geben das nicht her.

Kontext

Daneben die Web-Klicks derselben Seiten zeigen. Die KI-Impressionen sind dort bereits enthalten, also nicht addieren.

Notiz

Status der Opt-out-Einstellung und Exportdatum vermerken. Ein Wechsel erklärt später jeden Sprung auf null.

Wie ich Search-Console-Daten in verständliche Berichte übersetze, findest du auf der Seite SEO.

05 / Entscheidungshilfe

Solltest du dich aus den KI-Funktionen abmelden?

Die folgende Abwägung ist meine Einschätzung, keine Empfehlung von Google und keine Rechtsberatung.

Was sicher ist: Nach einem Ausschluss bekommst du aus AI Overviews und KI-Modus weder Impressionen noch Zugriffe, und andere Websites bleiben in den Antworten [1]. Google gibt für AI Overviews über 2,5 Milliarden und für den KI-Modus über eine Milliarde monatliche Nutzer an [5]. Das sind Angaben von Google selbst, keine unabhängigen Zahlen.

Eher drin bleiben, wenn …

  • du Leistungen oder Produkte verkaufst und eine Nennung in der Antwort eher Werbung als Verlust ist,
  • deine Ratgeber Fragen beantworten, auf die ein Auftrag oder Kauf folgen kann,
  • du die Folgen nicht messen kannst. Ohne Klickdaten im KI-Bericht siehst du nur, dass Impressionen wegfallen, nicht, was es dich kostet [7].

Ein Ausschluss kann sich lohnen, wenn …

  • dein Geschäftsmodell vom Seitenaufruf selbst lebt, etwa Werbeeinnahmen oder bezahlte Inhalte,
  • du belegen kannst, dass KI-Antworten deine Inhalte ersetzen, statt Besucher zu schicken.

Bedenke dabei: Die Einstellung gilt für die gesamte Property, du kannst also nicht einzelne Seiten herausnehmen [7]. Für Shops bleibt das Merchant Center eine eigene Entscheidung [1]. Und Search Engine Journal berichtet, dass die CMA von Google Klickdaten verlangt, die meisten Maßnahmen ab Dezember [7]. Mit dem Opt-out zu warten, bis diese Daten vorliegen, halte ich für die ruhigere Wahl. Wenn du wissen willst, wie du in KI-Antworten stattdessen besser sichtbar wirst, schau dir meine GEO-Optimierung an.

KI-Sichtbarkeit messen

Weißt du, welche deiner Seiten in AI Overviews erscheinen?

Ich werte den KI-Bericht deiner Search Console aus, verbinde ihn mit deinen Klickdaten und baue ihn in dein Reporting ein.

Quellen

Quellen

  1. Google Search Console-Hilfe: „Search generative AI control“ – support.google.com · abgerufen 03.10.2026.
  2. Google Search Console-Hilfe: „Freigabe von Inhalten für generative KI in der Google Suche managen“ – support.google.com · abgerufen 03.10.2026.
  3. Google Search Console-Hilfe: „Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen (Google Suche)“ – support.google.com · abgerufen 03.10.2026.
  4. Google Search Central Blog (Maoz, H.; Samet, M.): „Introducing Search Generative AI performance reports in Search Console“, 03.06.2026 – developers.google.com · abgerufen 03.10.2026.
  5. Google The Keyword (Loew, M.): „New opportunities, control and insights for website owners“, 03.06.2026, aktualisiert 31.08.2026 – blog.google · abgerufen 03.10.2026.
  6. Google Search Central: „AI features and your website“ – developers.google.com · abgerufen 03.10.2026.
  7. Search Engine Journal (Southern, M. G.): „What Opting Out Of Google’s AI Search Features Means Now“, 2026 – searchenginejournal.com · abgerufen 03.10.2026.
  8. Google for Developers: „Search Analytics: query“ (Search Console API) – developers.google.com · abgerufen 03.10.2026.
  9. Google Cloud Documentation: „Connect to Search Console“ (Data Studio, ehemals Looker Studio) – docs.cloud.google.com · abgerufen 03.10.2026.
  10. Google Search Central Blog: „Announcing web multimodal Search performance reporting in Search Console“, 24.09.2026 – developers.google.com · abgerufen 03.10.2026.

Alle Quellen am 3. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen, die nicht aus Googles eigener Dokumentation stammen, sind im Text als Bericht Dritter oder als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

Sebastian Ziermann

Über den Autor

Sebastian Ziermann

Ich verbinde 18 Jahre Online-Marketing mit technischer Umsetzung und unterstütze Shopify-Shops und KMU bei KI, SEO und Webprojekten.

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