Das Wichtigste vorweg
Google testet gerade, die Beiträge aus dem Unternehmensprofil wieder weit oben im lokalen Profil zu zeigen, nachdem sie 2018 ans Ende gerutscht waren [1]. Angekündigt ist davon nichts, es ist ein Test, der laut Beobachtern etwa alle drei Tage wechselt [1]. Für Hamburger Betriebe heißt das: Ein einfacher Wochenplan mit einem Beitrag pro Woche, eigenen Fotos und sauber markierten Links reicht, um mitzunehmen, was der Test bringt – und um selbst zu messen, ob es sich lohnt.
01 / Was sich ändert
Google testet die Beiträge wieder weiter oben.
Beiträge im Unternehmensprofil, früher als Google Posts bekannt, sind kurze Meldungen mit Text, Foto oder Video, die du direkt in deinem Profil veröffentlichst. Kunden sehen sie in der Google Suche und auf Google Maps: auf dem Smartphone in den Tabs „Aktuelle Informationen“ oder „Übersicht“, am Computer im Bereich „Vom Inhaber“ [3].
Seit 2018 standen diese Beiträge im lokalen Profil ganz unten, viele Besucher scrollten nie bis dorthin. Search Engine Roundtable berichtet am 19. Oktober 2026, dass Google den Bereich wieder weiter nach oben schiebt [1]. Aufgefallen ist das zuerst dem Local-SEO-Berater Ben Fisher. Er schrieb auf LinkedIn, Google teste eine höhere Position für Beiträge, und er sehe sie alle drei Tage nach oben wandern und drei Tage später wieder nach unten [1]. Barry Schwartz von Search Engine Roundtable sah die höhere Position zum Zeitpunkt seines Artikels ebenfalls [1].
Wichtig für die Einordnung: Google hat dazu nichts angekündigt. Es ist ein beobachteter Test, und Tests können wieder verschwinden. Zeitgleich testet Google außerdem einen komplett überarbeiteten Leistungsbericht im Unternehmensprofil, mit Bereichen für Interaktionen, Rezensionen, Suchtrends, Zielgruppe und Empfehlungen [2]. Auch das ist laut Search Engine Roundtable ein Test und noch nicht für alle sichtbar [2][7].
Das Profil hat sich in den letzten Wochen ohnehin mehrfach verändert. Welche Preise und Aktionen seit Oktober nicht mehr im Profiltext stehen dürfen und warum Angebote in Beiträgen erlaubt bleiben, habe ich in Neue Regeln bei Google Maps beschrieben. Dass Google Bewertungen nur noch mit Login zeigt, steht in Google Maps zeigt Bewertungen nur noch mit Login.
02 / Lohnt es sich?
Lohnt sich das Posten für Hamburger Betriebe wieder?
Meine ehrliche Antwort: Für die meisten lokalen Betriebe ja, aber in kleinem Umfang. Die folgende Einordnung ist meine Einschätzung, nicht Googles Aussage.
- Sichtbarkeit: Rutschen die Beiträge dauerhaft nach oben, sieht sie fast jeder, der dein Profil öffnet. Wer dann seit Monaten nichts gepostet hat, wirkt weniger aktiv als der Betrieb nebenan (Einschätzung). Search Engine Roundtable erwartet ebenfalls, dass die höhere Position mehr Betriebe zum Posten bringt [1].
- Aufwand: Ein Beitrag pro Woche braucht mit Foto etwa 15 bis 20 Minuten (Einschätzung). Google erlaubt, Beiträge zu planen und wöchentlich oder monatlich wiederholen zu lassen [3].
- Ranking: Dass Beiträge dein Ranking in Google Maps verbessern, sagt Google nirgends. Ich würde nicht damit rechnen. Ihr Wert liegt darin, dass Menschen, die dein Profil schon sehen, eher anrufen, kommen oder klicken (Einschätzung).
- Haltbarkeit: Beiträge ohne Zeitraum archiviert Google nach sechs Monaten [3]. Wer einmal im Jahr postet, hat also meist ein leeres Feld.
Weniger lohnt es sich für Betriebe, deren Kunden fast nur über Empfehlungen kommen und das Profil kaum aufrufen. Ob das bei dir so ist, siehst du im Leistungsbericht unter „Aufrufe“ [6]. Hotels müssen aufpassen: Sie dürfen keine Angebots-Beiträge erstellen und Rabatte in Beiträgen nicht erwähnen [4].
03 / Wochenplan
Was du jede Woche veröffentlichst.
Google bietet drei Beitragstypen an: „Aktuelles“ für Neuigkeiten mit optionalem Aktionsbutton, „Angebot“ mit Titel, Zeitraum und automatisch eingefügtem Button „Angebot ansehen“ sowie „Veranstaltung“ mit Titel, Start und Ende [3]. Ein vierter Typ, den ich für Handwerk und Dienstleister besonders mag, ist eigentlich ein „Aktuelles“-Beitrag: das abgeschlossene Projekt als Referenz.
Daraus ergibt sich ein Vier-Wochen-Rhythmus mit einem Beitrag pro Woche, der danach von vorn beginnt (Einschätzung, an deinen Betrieb anpassen):
- Woche 1 – Neuigkeit (Aktuelles): neues Produkt, neue Mitarbeiterin, geänderte Öffnungszeiten über die Feiertage. Dazu ein Aktionsbutton, der auf die passende Seite deiner Website führt [3].
- Woche 2 – Projekt oder Referenz (Aktuelles): ein Foto vom fertigen Bad in Eimsbüttel, vom restaurierten Fahrrad oder vom gedeckten Tisch für eine Feier, zwei bis drei Sätze dazu, was gemacht wurde. Kein Kundenname ohne Einwilligung.
- Woche 3 – Angebot: mit klarem Zeitraum, etwa Wintercheck bis Ende November. Gutscheincode und Bedingungen kannst du direkt angeben [3]. Preise und Aktionen gehören in den Beitrag, nicht in Name oder Beschreibung des Profils.
- Woche 4 – Veranstaltung oder Saisonthema: Lesung im Laden, Tag der offenen Werkstatt, Adventssamstag. Fehlt die Uhrzeit, zeigt Google die Veranstaltung als ganztägig an [3]. Gibt es kein Event, nimmst du ein zweites Projekt.
Ein Beispiel: Ein Keramikladen in Ottensen postet in Woche 1 die neue Tassenserie, in Woche 2 ein Foto von einem Töpferkurs, in Woche 3 zehn Prozent auf Geschenksets bis zum 30. November und in Woche 4 den Adventssamstag mit verlängerten Öffnungszeiten (fiktives Beispiel).
Was nicht in den Beitrag gehört
Telefonnummern im Beitragstext sind laut Inhaltsrichtlinie nicht erlaubt; stattdessen fügst du den Button „Anrufen“ hinzu, der die bestätigte Nummer aus dem Profil nutzt [4]. Beiträge mit Telefonnummer werden unter Umständen abgelehnt [3]. Google rät außerdem von Rechtschreibfehlern, Sonderzeichen ohne Sinn, Text ohne Mehrwert und automatisch generierten Inhalten ab, Links sollen nur auf vertrauenswürdige Seiten führen [3]. Für Branchen mit gesetzlichen Beschränkungen wie Alkohol, Tabak, Gesundheitsprodukte oder Finanzdienstleistungen gilt: Beiträge ja, aber keine Inhalte zu den Produkten selbst [3].
Nach dem Veröffentlichen prüft Google jeden Beitrag. Er steht dann auf „Live“, „Ausstehend“ oder „Nicht freigegeben“; bei abgelehnten Beiträgen zeigt das Fragezeichen neben dem Status, gegen welche Richtlinie er verstößt [3]. Schau nach dem Posten also einmal nach, ob er wirklich live ist.
04 / Fotos und Links
Fotos, die funktionieren, und Links, die du messen kannst.
Für Fotos im Unternehmensprofil nennt Google klare Werte: JPG oder PNG, 10 KB bis 5 MB, empfohlen 720 × 720 Pixel, mindestens 250 × 250 Pixel. Das Bild soll scharf und gut ausgeleuchtet sein, nicht stark bearbeitet und ohne viele Filter [5]. Videos dürfen höchstens 30 Sekunden lang und 75 MB groß sein, mit mindestens 720p [5]. Ich würde dieselben Werte für Beitragsfotos ansetzen (Einschätzung).
Praktisch heißt das: Fotografiere selbst, bei Tageslicht, das Produkt oder die Arbeit mittig und mit etwas Rand, weil Google Vorschaubilder zuschneiden kann (Einschätzung). Keine Grafiken mit großen Preisstickern oder viel Text; echte Fotos aus Laden, Werkstatt oder Küche wirken glaubwürdiger. Stockfotos und KI-Bilder würde ich für Beiträge meiden, denn Google legt bei Fotos Wert auf eine realistische Darstellung [5].
Links mit UTM-Parametern für GA4
Ohne Markierung landen Klicks aus Beiträgen in GA4 meist zusammen mit allen anderen Google-Besuchen. Hängst du UTM-Parameter an den Button-Link, siehst du sie getrennt. Google nennt dafür unter anderem utm_source, utm_medium, utm_campaign und utm_content; die Werte findest du in GA4 unter „Akquisition“ › „Neu generierter Traffic“ [8]. Ein Link könnte so aussehen:
https://deine-website.de/adventssamstag/?utm_source=google&utm_medium=organic&utm_campaign=gbp-beitraege&utm_content=2026-11-advent
Mit utm_medium=organic bleiben die Besuche nach meinem Verständnis im Kanal „Organische Suche“, und über utm_campaign und utm_content trennst du Beiträge voneinander (Einschätzung). Achte auf Schreibweise: Google weist darauf hin, dass Groß- und Kleinschreibung zählt und „SpringSale“ und „Spring_Sale“ als verschiedene Werte gelten [8]. Leg die Namen deshalb einmal fest und bleib dabei.
Wenn du auch in Apple Karten sichtbar sein willst: Dort gibt es mit Apple Business Connect ein vergleichbares Werkzeug. Wie du deinen Betrieb dort einrichtest, steht in Apple Business Connect: So kommt dein Hamburger Betrieb in Apple Karten und Siri.
05 / Messen
So prüfst du nach acht Wochen, ob es etwas bringt.
Im Unternehmensprofil findest du unter „Leistung“ die Zahlen, die Google für dein Profil erfasst: Interaktionen, Aufrufe, Suchanfragen, Wegbeschreibungen, Anrufe, Websiteklicks und, falls du Angebote postest, wie oft Nutzer Angebote angesehen und angeklickt haben [6]. Du kannst einen Zeitraum wählen und die Daten als Tabelle herunterladen [6]. Die Suchanfragen werden nur zu Monatsbeginn aktualisiert, mit bis zu fünf Tagen Verzug [6].
Mein Vorschlag für die Messung (Einschätzung):
- Lade heute den Leistungsbericht der letzten acht Wochen herunter. Das ist dein Ausgangswert.
- Poste acht Wochen lang nach dem Plan oben, jede Woche ein Beitrag.
- Vergleiche danach Aufrufe, Anrufe, Websiteklicks und Wegbeschreibungen mit dem Ausgangswert und schau in GA4, wie viele Besuche mit
utm_campaign=gbp-beitraegekamen.
Rechne mit kleinen Zahlen. Für einen Laden mit einigen hundert Profilaufrufen im Monat sind ein paar zusätzliche Klicks pro Beitrag schon ein realistisches Ergebnis (Einschätzung). Saison, Wetter und der Google-Test selbst verzerren den Vergleich; solange die Position der Beiträge alle paar Tage wechselt [1], ist ein sauberer Vorher-nachher-Vergleich kaum möglich. Achte deshalb vor allem auf die Richtung über mehrere Wochen.
Sollte Google den neuen Leistungsbericht für alle freischalten, kommen laut den Screenshots bei Search Engine Roundtable Auswertungen zu Interaktionen, Rezensionen, Suchtrends und Zielgruppe hinzu [2]. Ob es dann auch Zahlen pro Beitrag gibt, ist offen. Wie Google parallel die Suche mit dem KI-Modus umbaut und was du dafür in der Search Console misst, habe ich in Googles KI-Modus rückt in die normale Suche zusammengefasst.
Google-Beiträge in drei Schritten
01
Ausgangswert
sichern
02
Einen Beitrag
pro Woche
03
Nach acht Wochen
vergleichen
Eigene Fotos, Links mit UTM, keine Telefonnummer im Text.
Local SEO in Hamburg
Soll ich dein Unternehmensprofil und den Beitragsplan aufsetzen?
Ich prüfe dein Google-Unternehmensprofil, lege mit dir einen Beitragsplan für die nächsten Wochen fest, richte die UTM-Links für GA4 ein und schaue mit dir nach acht Wochen auf die Zahlen.
FAQ
Häufige Fragen zu Google-Beiträgen.
Wie lange bleibt ein Beitrag sichtbar?
Beiträge ohne Zeitraum archiviert Google nach sechs Monaten [3]. Angebote und Veranstaltungen haben ohnehin ein Start- und Enddatum.
Kann ich Beiträge im Voraus planen?
Ja. Mit „Diesen Beitrag planen“ legst du Datum und Uhrzeit fest, über „Wiederholungen“ kann ein Beitrag wöchentlich, monatlich oder nach eigenem Zeitplan erscheinen [3].
Sieht jeder die Beiträge jetzt weiter oben?
Nein. Es ist ein Test, den Google nicht angekündigt hat, und die Position wechselt laut Beobachtungen etwa alle drei Tage [1].
Quellen
Quellen
- Search Engine Roundtable (Barry Schwartz): „Google Moves Google Posts Higher Up On Local Panel“, 19. Oktober 2026 – seroundtable.com · abgerufen 24.10.2026.
- Search Engine Roundtable (Barry Schwartz): „Google Business Profiles Tests New Advanced Performance Reports“, 23. Oktober 2026 – seroundtable.com · abgerufen 24.10.2026.
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: „Beiträge in Ihrem Unternehmensprofil erstellen und verwalten“ – support.google.com · abgerufen 24.10.2026.
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: „Richtlinien für Fotos und Videos sowie Inhaltsrichtlinien für Beiträge in Ihrem Unternehmensprofil“ – support.google.com · abgerufen 24.10.2026.
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: „Fotos und Videos in Ihrem Unternehmensprofil verwalten“ – support.google.com · abgerufen 24.10.2026.
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: „Leistung und Statistiken Ihres Unternehmensprofils“ – support.google.com · abgerufen 24.10.2026.
- Search Engine Roundtable (Barry Schwartz): „Daily Search Forum Recap: October 23, 2026“, 23. Oktober 2026 – seroundtable.com · abgerufen 24.10.2026.
- Google Analytics-Hilfe: „Tools zur URL-Erstellung: Kampagnendaten mithilfe benutzerdefinierter URLs erfassen“ – support.google.com · abgerufen 24.10.2026.
Alle Quellen am 24. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen ohne belastbare Quelle sind im Text als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

