KI & Marketing

6. Oktober 2026

ca. 5 Min. Lesezeit

Gemini Gems werden zu Skills: Was sich für dein Team ändert und wie du umziehst

Google ersetzt Gemini Gems durch Skills. Für Business-Konten enden Gems frühestens am 1. März 2027. Was anders ist, wo Teams hängen bleiben und wie du den Umzug planst.

Sebastian Ziermann

18 Jahre Online-Marketing · Beratung & Umsetzung

Zwei Kolleginnen und Kollegen verschieben farbige Haftnotizen von einer Spalte in eine andere – Gemini Gems werden zu Skills

In diesem Artikel

Schon eine Aufgabe im Kopf?

Das Wichtigste vorweg

Google ersetzt Gemini Gems durch „Skills“: wiederverwendbare Anweisungen, die du direkt im Chat aufrufst und miteinander kombinieren kannst [1][2]. Gems funktionieren vorerst weiter. Für Business- und Enterprise-Konten endet die Nutzung frühestens am 1. März 2027 [1][2]. Wichtig für Teams: Skills in der Gemini-App und in Workspace sind getrennt, und neue Workspace-Studio-Abläufe mit Gems lassen sich schon jetzt nicht mehr anlegen [1].

01 / Die Termine

Was Google angekündigt hat.

Am 30. September 2026 hat Google im Workspace-Updates-Blog den Wechsel von Gems zu Skills angekündigt [1]. Die Admin-Hilfe nennt dieselben Termine [2]:

  • 5. Oktober 2026: Skills starten in Workspace. Domains mit „Rapid Release“ bekommen sie bis 12. Oktober, Domains mit „Scheduled Release“ ab 19. Oktober bis Mitte November [1][2].
  • 13. Oktober 2026: Skills starten in der Gemini-App, Abschluss bis Mitte November [1].
  • 17. November 2026: Gems wandern in der Gemini-App in die Einstellungen. Du kannst sie weiter anlegen, bearbeiten und nutzen [1].
  • Frühestens 1. März 2027 (Business und Enterprise): Gems lassen sich nicht mehr anlegen, bearbeiten oder nutzen. Workspace-Studio-Abläufe mit dem Schritt „Ask a Gem“ hören auf zu funktionieren. Verbliebene Gems werden automatisch zu Skill-Entwürfen [1][2].
  • Frühestens 1. Juni 2027: dasselbe für Bildungseinrichtungen [1].

Details zur automatischen Übernahme will Google den Admins mindestens 30 Tage vorher mitteilen [1]. Ob private Google-Konten einen eigenen Abschalttermin bekommen, steht in den Quellen nicht.

02 / Was anders ist

Skills und Gems: Wo der Unterschied liegt.

Ein Gem war ein eigener Assistent mit festen Anweisungen, den du in einem eigenen Fenster geöffnet hast. Ein Skill ist eine gespeicherte Anweisung, die du in jedem Chat aufrufst. Laut Google tippst du dafür einen Schrägstrich und den Namen des Skills; die Admin-Hilfe kündigt an, dass das bald mit „@“ funktioniert [2][3].

  • Kombinierbar. Du kannst mehrere Skills in einer Anfrage verbinden, etwa „Lieferanten bewerten“ und „Mail an die Geschäftsführung“ [1].
  • In Workspace-Apps nutzbar. Gems liefen nicht in Docs, Gmail und Co., Skills schon [2]. In Google Docs gibt es einen „Skill Builder“, mit dem du Skills erstellst und im Team teilst [1].
  • Offenes Format. Skills basieren auf dem Markdown-Standard SKILL.md. Skills aus anderen Plattformen lassen sich laut Google in Gemini übernehmen [1][2].

Der letzte Punkt ist spannender, als er klingt. Auch OpenAI baut die Anweisungen von Custom GPTs beim Umzug in Plugins zu „Skills“ um – darüber habe ich gestern geschrieben: Custom GPTs werden am 11. Dezember abgeschaltet. Wer seine Arbeitsanweisungen sauber als Textdatei pflegt, kann sie also künftig zwischen Werkzeugen mitnehmen. Ob das in der Praxis ohne Nacharbeit klappt, muss sich noch zeigen (Einschätzung).

03 / Die Fallstricke

Drei Punkte, an denen Teams hängen bleiben.

Zwei getrennte Welten

Skills in der Gemini-App und Skills in Workspace synchronisieren derzeit nicht. Wer einen Skill an beiden Stellen braucht, muss ihn zweimal anlegen [1][2]. Gems, die ihr in Workspace nutzt, müsst ihr von Hand in Workspace Studio neu bauen [2]. Plant also, wo euer Team hauptsächlich arbeitet, und legt dort die Hauptversion an.

Workspace-Studio-Abläufe

Neue Abläufe mit dem Schritt „Ask a Gem“ lassen sich schon jetzt nicht mehr anlegen. Bestehende laufen weiter, bis Gems abgeschaltet werden [1][2]. Wenn ihr damit etwa eingehende Anfragen vorsortiert oder Berichte erstellt, gehören diese Abläufe ganz oben auf die Liste.

Automatische Übernahme nur als Entwurf

Die automatische Übernahme macht aus Gems inaktive Skill-Entwürfe. Name, Beschreibung, Anweisungen und Wissensdateien bleiben erhalten, Freigaben aus Drive werden übernommen. Die Ersteller müssen jeden Skill aber prüfen und aktivieren, bevor er nutzbar ist [2]. Google empfiehlt deshalb, wichtige Gems vorher von Hand neu zu bauen [2].

Dein Umzug in drei Schritten

01

Gems
auflisten

02

Skills
bauen

03

Abläufe
umstellen

Abläufe mit „Ask a Gem“ zuerst prüfen – sie hören im März 2027 einfach auf.

04 / Der Umzug

So stellst du dein Team um.

  1. Skills freischalten. Als Admin prüfst du in der Admin-Konsole, ob Skills für eure Organisation eingeschaltet sind. Google verlinkt dafür eine eigene Hilfeseite [1][2].
  2. Inventar anlegen. Liste alle Gems, die im Team genutzt werden: Wer hat sie erstellt, wer nutzt sie, hängen Workspace-Studio-Abläufe daran?
  3. Anweisungen sichern. Kopiere die Anweisungen jedes wichtigen Gems in ein Dokument und lade die Wissensdateien neu hoch, wenn du den Skill baust. Das empfiehlt Google selbst [2].
  4. Zerlegen statt kopieren. Weil sich Skills kombinieren lassen, lohnt es sich, einen großen Gem in kleinere Bausteine zu teilen: einen Skill für eure Tonalität, einen für das Format von Angeboten, einen für Social-Media-Texte (Einschätzung). Dann pflegst du die Tonalität an einer Stelle.
  5. Testen und teilen. Prüf den neuen Skill mit ein paar echten Anfragen von früher und vergleiche das Ergebnis mit dem alten Gem. Danach teilst du ihn im Team.

Ein Beispiel: Eine Hamburger Werbeagentur mit acht Leuten nutzt einen Gem „Kundenbriefing“, der aus Gesprächsnotizen ein Briefing macht, und einen Workspace-Studio-Ablauf, der damit neue Anfragen vorsortiert (fiktives Beispiel). Die Agentur baut zuerst einen Skill „Agentur-Tonalität“ und einen Skill „Briefing-Format“, ersetzt dann den Ablauf und lässt den alten Gem bis zum Frühjahr als Rückfallebene stehen.

Wie solche wiederverwendbaren Anweisungen in einen größeren KI-Arbeitsablauf passen, beschreibe ich unter KI im Marketing und auf der Seite zu Agentic Marketing.

KI-Beratung

Sollen wir eure Gems gemeinsam umziehen?

Ich erstelle mit dir das Inventar, baue eure wichtigsten Gems als Skills neu und stelle Workspace-Studio-Abläufe um – so, dass die Anweisungen auch in anderen KI-Werkzeugen nutzbar bleiben.

FAQ

Häufige Fragen zu Gemini Gems und Skills.

Sind meine Gems schon weg?

Nein. Du kannst Gems weiter anlegen und nutzen. Ab 17. November findest du sie in den Einstellungen der Gemini-App [1].

Wer bekommt Skills in Workspace?

Nutzer ab 18 Jahren mit Business Starter, Standard oder Plus, Enterprise-Tarifen, Google AI Pro for Education oder dem Zusatz „AI Expanded Access“. In der Gemini-App stehen Skills allen Nutzern zur Verfügung [1][2].

Muss ich warten, bis Google meine Gems umwandelt?

Nein. Du kannst Gems jederzeit von Hand als Skills neu anlegen. Google rät bei wichtigen Gems ausdrücklich dazu [1][2].

Quellen

Quellen

  1. Google Workspace Updates: „Introducing skills in the Gemini app and Workspace, plus what’s next for Gems“, 30.09.2026 – workspaceupdates.googleblog.com · abgerufen 06.10.2026.
  2. Google Workspace Admin-Hilfe: „About the transition from Gems to skills“, Stand 30.09.2026 – knowledge.workspace.google.com · abgerufen 06.10.2026.
  3. Google Blog (Deven Tokuno): „Let skills in Gemini tackle your most repetitive tasks“, 30.09.2026 – blog.google · abgerufen 06.10.2026.

Alle Quellen am 6. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen ohne belastbare Quelle sind im Text als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

Sebastian Ziermann

Über den Autor

Sebastian Ziermann

Ich verbinde 18 Jahre Online-Marketing mit technischer Umsetzung und unterstütze Shopify-Shops und KMU bei KI, SEO und Webprojekten.

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