KI & Marketing

5. Oktober 2026

ca. 6 Min. Lesezeit

Custom GPTs werden am 11. Dezember abgeschaltet: So ziehst du deine GPTs in Plugins um

OpenAI schaltet Custom GPTs am 11. Dezember 2026 auf allen Plänen ab. Anweisungen und Dateien ziehen in Plugins um, Aktionen, Modellwahl und Freigaben nicht. So planst du den Umzug.

Sebastian Ziermann

18 Jahre Online-Marketing · Beratung & Umsetzung

Agenturinhaber sortiert Karteikarten in einen Umzugskarton neben dem Laptop – Custom GPTs in Plugins umziehen

In diesem Artikel

Schon eine Aufgabe im Kopf?

Das Wichtigste vorweg

OpenAI schaltet Custom GPTs laut eigener FAQ am 11. Dezember 2026 ab – auf allen ChatGPT-Plänen [1]. Danach sind die GPTs und ihre Seiten nicht mehr erreichbar. Ersatz sind Plugins: Anweisungen und Wissensdateien ziehen mit, Aktionen, Modellwahl, Freigaben und Chatverläufe nicht [1]. Wer GPTs im Alltag oder bei Kunden nutzt, sollte den Umzug jetzt planen, nicht im Dezember.

01 / Die Termine

Was OpenAI angekündigt hat.

Am 11. September 2026 hat OpenAI in den ChatGPT-Release-Notes angekündigt, Custom GPTs über alle Pläne hinweg abzulösen und einen Umzug in Plugins anzubieten [2][3]. Die Details stehen in einer eigenen FAQ, die ich am 5. Oktober gelesen habe [1]:

  • 11. Dezember 2026: reguläre Abschaltung. Custom GPTs und ihre GPT-Seiten sind danach nicht mehr erreichbar [1].
  • 11. Februar 2027: nur für Enterprise-Workspaces mit genehmigtem Aufschub [1].
  • 26. Oktober 2026 (geplant): In betroffenen Enterprise-Workspaces lassen sich keine neuen GPTs mehr anlegen. Bestehende dürfen weiter bearbeitet werden [1].

Wichtig: Die Termine sind nicht in Stein gemeißelt. OpenAI schreibt selbst, dass sich die Enterprise-Daten ändern können [1]. Das Nachrichtenportal Hugin hat die FAQ mit Archivkopien verglichen und festgestellt, dass Daten im September ohne Hinweis verschoben wurden – etwa der Stopp für neue GPTs vom 25. September auf den 26. Oktober [3]. Auf privaten Konten (Free, Go, Plus, Pro) lassen sich laut zwei OpenAI-Hilfeseiten schon jetzt keine neuen GPTs mehr anlegen oder veröffentlichen [3].

Mein Rat: Plane mit dem 11. Dezember und prüf die Hinweise in deinem eigenen Konto. OpenAI verweist ausdrücklich darauf, dass der Hinweis für dein Konto oder deinen Workspace gilt, auch wenn er einen anderen Zeitplan nennt [1].

02 / Was mitkommt

Was beim Umzug in ein Plugin mitkommt – und was nicht.

Ein Plugin bündelt wiederverwendbare Anweisungen, Referenzdateien und verbundene Apps [1][4]. Der eingebaute Umzug macht daraus Folgendes [1]:

Kommt mit

  • Die Anweisungen des GPTs werden zu einem „Skill“ im neuen Plugin.
  • Die Wissensdateien werden in die Referenzdateien des Plugins kopiert.
  • Verbundene Apps werden dem Plugin als Apps hinzugefügt.

Kommt nicht mit

  • Aktionen (Custom Actions), also Verbindungen zu anderen Systemen wie CRM, Shop oder Kalender. Der Neuaufbau kann einen eigenen MCP-Server und technische Einrichtung erfordern.
  • Das gewählte Modell. Das Plugin antwortet deshalb womöglich anders.
  • Freigaben. Das neue Plugin startet privat; wer den GPT bisher nutzen durfte, hat keinen automatischen Zugriff.
  • Chatverläufe und unveröffentlichte Entwürfe. Der Umzug nutzt die zuletzt veröffentlichte Version.

Nach dem Umzug ist der ursprüngliche GPT schreibgeschützt und kann von seinem Ersteller nicht mehr gelöscht werden [1]. Mach also alle wichtigen Änderungen vorher.

03 / Der Umzug

So ziehst du deine GPTs in fünf Schritten um.

  1. Inventar anlegen. Liste alle GPTs, die du oder dein Team nutzt. Notiere je GPT: Wer hat ihn erstellt, in welchem Konto oder Workspace, wer nutzt ihn, hat er Aktionen? OpenAI weist darauf hin, dass Zeitplan und Rechte des Kontos gelten, in dem der GPT erstellt wurde [1].
  2. Testfragen sichern. Speichere zu jedem GPT ein paar typische Anfragen und mindestens einen schwierigen Fall. Damit vergleichst du später, ob das Plugin gleich gut antwortet – das empfiehlt auch OpenAI [1].
  3. Letzte Änderungen veröffentlichen. Nur die veröffentlichte Version zieht um. Öffentlich teilen musst du den GPT dafür nicht [1].
  4. Umzug starten. Sobald es für dein Konto freigeschaltet ist, findest du unter „My GPTs“ die Option „Migrate to plugin“ [1]. Fehlt sie, ist der Umzug für dein Konto vermutlich noch nicht verfügbar oder Plugins sind im Workspace deaktiviert.
  5. Testen und neu freigeben. Prüf das Plugin mit deinen gespeicherten Anfragen, teile es dann mit den richtigen Personen und lass eine Person aus dem Team die Installation testen [1]. Aufgerufen wird es per @-Erwähnung oder über „+“ und „Mehr“ [1][4].

Eine Lücke solltest du kennen: Plugins per Chat anlegen und bearbeiten geht laut OpenAI-Hilfe in unterstützten Business- und Enterprise-Workspaces [4]. Was ein umgezogenes Plugin auf einem privaten Plus- oder Pro-Konto genau kann, ist in den Hilfeseiten nicht eindeutig beschrieben; auch Hugin konnte das nicht klären [3].

Dein Fahrplan bis 11. Dezember

01

GPTs
auflisten

02

Aktionen
neu bauen

03

Plugins
testen

GPTs mit Aktionen zuerst angehen – sie brauchen am meisten Zeit.

04 / Aktionen und Kunden

Wo es bei kleinen Firmen wirklich hakt.

GPTs mit Aktionen

Ein GPT, der Termine in deinen Kalender schreibt oder Bestellungen aus dem Shop abfragt, hängt an einer Aktion. Die zieht nicht mit [1]. Prüf zuerst, ob es für das Zielsystem schon eine fertige App in ChatGPT gibt. Wenn nicht, brauchst du einen eigenen MCP-Server – das ist eine kleine Schnittstelle, über die KI-Assistenten mit deinem System sprechen. OpenAI weist darauf hin, dass ein Neuaufbau nicht automatisch alle Funktionen der alten Aktion abdeckt [1]. Plan dafür eher Tage als Stunden ein (Einschätzung).

Öffentliche GPTs für Kunden

Hast du einen GPT öffentlich verlinkt, etwa auf deiner Website als „Beratungsassistent“, wird dieser Link am 11. Dezember nicht mehr funktionieren [1]. Das Plugin startet privat; eine öffentliche Freigabe braucht ein eigenes Einreichungsverfahren, und Nutzer brauchen ein Konto, in dem Plugins verfügbar sind [1]. Digital Matters nennt als Alternativen, den Assistenten als eigenes Werkzeug auf die Website zu holen oder ihn einzustellen, wenn er kaum genutzt wird [5].

Ein Beispiel: Ein Hamburger Steuerbüro hat einen GPT, der Mandanten erklärt, welche Belege sie einreichen müssen, und verlinkt ihn im Newsletter (fiktives Beispiel). Ab Dezember läuft der Link ins Leere. Wer jetzt plant, ersetzt ihn rechtzeitig durch eine FAQ-Seite oder einen eigenen Assistenten und ändert die Links in Newsletter-Vorlagen und auf der Website.

Wie solche Assistenten in einen größeren Ablauf passen, beschreibe ich im Beitrag zu OpenAI Dots und dauerhaft laufenden KI-Agenten. Einen Überblick über sinnvolle Einsatzfelder findest du unter KI im Marketing.

KI-Beratung

Soll ich deine GPTs mit dir umziehen?

Ich erstelle mit dir das Inventar, ziehe die GPTs in Plugins um, baue Aktionen als MCP-Anbindung neu und teste alles mit deinen echten Anfragen – vor dem 11. Dezember.

FAQ

Häufige Fragen zur Abschaltung der Custom GPTs.

Sind meine GPTs schon weg?

Nein. Bestehende GPTs bleiben bis zum Abschalttermin nutzbar [1].

Muss ich GPTs umziehen, die ich nur nutze?

Nein. Umziehen kann nur, wer den GPT erstellt hat (in Enterprise auch Admins). Als Nutzer achtest du auf den Hinweis am GPT und auf einen Ersatz vom Ersteller [1].

Kann ich einen GPT vorher exportieren?

Einen Export außer dem Umzug beschreiben die Hilfeseiten laut Hugin nicht [3]. Sichere Anweisungen und Wissensdateien deshalb zusätzlich selbst.

Quellen

Quellen

  1. OpenAI Help Center: „Custom GPT retirement and migration FAQ“, Stand 04.10.2026 – help.openai.com · abgerufen 05.10.2026.
  2. OpenAI Help Center: „ChatGPT — Release Notes“ (Eintrag vom 11.09.2026) – help.openai.com · abgerufen 05.10.2026.
  3. Hugin: „OpenAI custom GPTs retire December 11; cutoff moved“, 27.09.2026 – hugin.studio · abgerufen 05.10.2026.
  4. OpenAI Help Center: „Plugins in ChatGPT and Codex“, ohne Datum – help.openai.com · abgerufen 05.10.2026.
  5. Digital Matters: „Custom GPT Retirement on December 11: What Moves to Plugins and What You Rebuild“, ohne Datum – digitalmatters.me · abgerufen 05.10.2026.

Alle Quellen am 5. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen ohne belastbare Quelle sind im Text als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

Sebastian Ziermann

Über den Autor

Sebastian Ziermann

Ich verbinde 18 Jahre Online-Marketing mit technischer Umsetzung und unterstütze Shopify-Shops und KMU bei KI, SEO und Webprojekten.

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