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19. Oktober 2026

ca. 8 Min. Lesezeit

Windows-10-Rechner im Büro: Gratis-Updates bis Oktober 2027, Windows 11 oder gleich ein Mac?

Microsoft hat die kostenlosen Windows-10-Sicherheitsupdates für private Geräte bis 12. Oktober 2027 verlängert. Für Büro-PCs gilt das nicht. Was das kommerzielle ESU kostet, welche Rechner zuerst raus sollten und wie der Umstieg auf Windows 11 oder den Mac gelingt.

Sebastian Ziermann

18 Jahre Online-Marketing · Beratung & Umsetzung

Helles Büro in Hamburg mit altem Laptop und neuem kompakten Desktop-Rechner auf dem Schreibtisch, daneben ein Umzugskarton mit Kabeln

In diesem Artikel

Schon eine Aufgabe im Kopf?

Das Wichtigste vorweg

Der Support für Windows 10 ist seit dem 14. Oktober 2025 vorbei, doch Microsoft hat die kostenlosen Sicherheitsupdates für private Geräte bis zum 12. Oktober 2027 verlängert [2][4]. Für Büro-PCs gilt das Gratis-Programm ausdrücklich nicht: Firmen brauchen das kostenpflichtige kommerzielle ESU, das im zweiten Jahr pro Gerät doppelt so viel kostet wie im ersten [2][3]. Nutze das gewonnene Jahr, um geordnet auf Windows 11 oder einen Mac umzusteigen, statt die Frage bis Herbst 2027 zu verschieben.

01 / Die Lage

Was beim Windows-10-Support-Ende gerade gilt.

Seit dem 14. Oktober 2025 liefert Microsoft für Windows 10 keinen technischen Support, keine Funktionsupdates und keine regulären Sicherheitsupdates mehr [1]. Die Rechner laufen weiter, sie sind ohne Updates aber laut Microsoft einem höheren Risiko für Viren und Schadsoftware ausgesetzt [1].

Als Brücke gibt es die Extended Security Updates, kurz ESU. Sie liefern nur kritische und wichtige Sicherheitsupdates für Windows 10 in Version 22H2, keine neuen Funktionen und keinen technischen Support [2]. Ursprünglich sollte das Programm für Privatanwender am 13. Oktober 2026 auslaufen, also letzte Woche. Ende Juni 2026 hat Microsoft es ohne große Ankündigung um ein Jahr verlängert; die Abdeckung reicht jetzt bis zum 12. Oktober 2027 [4]. Wer schon registriert ist, wird automatisch weiter versorgt [2].

Im Europäischen Wirtschaftsraum ist ESU für Privatleute kostenlos, wenn du dich mit einem Microsoft-Konto registrierst und mit diesem Konto am PC angemeldet bleibst. Wer bei einem lokalen Konto bleiben will, zahlt einmalig 30 US-Dollar oder den Gegenwert in Landeswährung plus Steuern [2]. Meldest du dich bis zu 60 Tage lang nicht mehr mit dem Microsoft-Konto an, stoppen die ESU-Updates und du musst dich neu registrieren [2]. Eine Lizenz gilt für bis zu zehn Geräte [2].

02 / Privat oder geschäftlich

Gilt die Gratis-Verlängerung auch für deine Büro-PCs?

Kurz gesagt: nein. Microsoft schreibt auf der ESU-Seite wörtlich, dass das ESU-Programm für Privatanwender nicht im geschäftlichen Umfeld verwendet werden kann [2]. Technisch wird die Registrierung außerdem nicht angeboten für Geräte im Kiosk-Modus und für Geräte, die mit einer Active-Directory-Domäne oder Microsoft Entra verbunden oder in einer Geräteverwaltung (MDM) registriert sind [2]. Wird ein privat registriertes Gerät später so eingebunden, setzt Microsoft die Registrierung aus [2].

Viele kleine Firmen haben aber gar keine Domäne. Da steht der Buchhaltungs-PC im Netzwerk, angemeldet mit irgendeinem Microsoft-Konto, und Windows bietet die Registrierung vielleicht sogar an. Dass der Knopf erscheint, heißt nicht, dass die Nutzung erlaubt ist. Ich würde geschäftlich genutzte Rechner deshalb nicht über das Privatprogramm absichern; bei einer Lizenzprüfung oder nach einem Sicherheitsvorfall stehst du sonst schlecht da (Einschätzung).

Was das kommerzielle ESU kostet

Für Organisationen verkauft Microsoft ESU über das Volumenlizenzprogramm. Das erste Jahr kostet 61 US-Dollar pro Gerät, der Preis verdoppelt sich jedes Folgejahr, maximal drei Jahre lang [3]. Das zweite Jahr liegt damit bei 122 US-Dollar pro Gerät. BleepingComputer kommt für alle drei Jahre auf insgesamt 427 US-Dollar pro Gerät [4].

Wichtig für Spätentschlossene: ESU wird nur in ganzen Jahren verkauft und ist kumulativ. Wer erst im zweiten Jahr einsteigt, muss das erste nachzahlen [3]. Für einen Büro-PC, der bisher ohne ESU lief und bis Oktober 2027 abgesichert sein soll, wären das also 183 US-Dollar (Einschätzung, gerechnet aus [3]). Die Mindestabnahme ist eine Lizenz, gekauft wird über das Volumenlizenzprogramm [3]. Auch dafür bekommst du nur Sicherheitsupdates, keine neuen Funktionen und keinen allgemeinen technischen Support [3].

03 / Risiko-Check

Sechs Fragen für jeden Windows-10-Rechner im Büro.

Bevor du über Geld redest, lohnt eine Bestandsaufnahme. Geh jeden Rechner einmal durch und schreib die Antworten in eine einfache Tabelle:

  1. Wofür wird er genutzt? Rein privat, gemischt oder geschäftlich. Gemischt zählt für mich als geschäftlich (Einschätzung).
  2. Kann er Windows 11? Microsoft verlangt unter anderem TPM 2.0, UEFI mit sicherem Start, mindestens 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB Speicher [6]. Ob dein Rechner berechtigt ist, zeigt Windows Update; das Upgrade von Windows 10 Home oder Pro auf die gleiche Windows-11-Edition ist kostenlos [7].
  3. Läuft Version 22H2? Nur dann gibt es überhaupt ESU-Updates [2][3].
  4. Welches Office ist installiert? Office 2016 und 2019 werden seit dem 14. Oktober 2025 auf keinem Betriebssystem mehr unterstützt, der Support für Office 2021 endet im Oktober 2026 [1]. Microsoft 365 bekommt auf Windows 10 noch bis zum 10. Oktober 2028 Sicherheitsupdates, aber keine neuen Funktionen [5].
  5. Welche Daten liegen darauf? Kundendaten, Buchhaltung, Zugänge zum Shopify-Admin oder zum Onlinebanking erhöhen das Risiko deutlich.
  6. Welche Software hängt daran? Warenwirtschaft, Kassensoftware, Etikettendrucker, Steuerprogramme. Das ist meist der Punkt, der über Windows oder Mac entscheidet.

Ein Rechner, der geschäftlich genutzt wird, Windows 11 nicht kann und sensible Daten verarbeitet, gehört ganz oben auf die Austauschliste.

04 / Mac oder Windows

Neuer Windows-PC oder gleich ein Mac?

Ist der Rechner Windows-11-fähig, ist das kostenlose Upgrade fast immer der günstigste Weg [7]. Spannend wird es bei Geräten, die die Anforderungen nicht erfüllen. Dann steht ohnehin eine Neuanschaffung an, und genau in diesem Moment ist der Wechsel zum Mac am leichtesten.

Zum Preisrahmen: Im deutschen Apple Store startet der Mac mini aktuell bei 1.049 Euro, das MacBook Air bei 1.399 Euro [9][10]. Monitor, Tastatur und Maus brauchst du beim Mac mini zusätzlich, falls du die alten nicht weiterverwenden kannst. Was die einzelnen Mac-mini-Konfigurationen leisten und wo es ihn günstiger gibt, steht in meinem Beitrag Mac mini M6: Leistung, Preise und Angebote.

Für Windows-PCs nenne ich bewusst keinen Durchschnittspreis, die Spanne ist zu groß. Als Orientierung: Microsofts eigene Klasse der Copilot+ PCs setzt mindestens 16 GB Arbeitsspeicher, 256 GB SSD und einen Chip mit einer KI-Einheit von über 40 TOPS voraus [6]. Wenn du vergleichst, dann bitte mit ähnlicher Ausstattung und über die ganze Nutzungsdauer, nicht nur über den Kaufpreis.

Wann der Mac die bessere Wahl ist

  • Deine Arbeit läuft überwiegend im Browser: Shopify, Google Workspace oder Microsoft 365 im Web, Banking, CRM.
  • Ihr nutzt schon iPhones und wollt Geräte zentral verwalten. Das geht mit Apple Business; wie Einrichtung und Kosten aussehen, habe ich in meinem Beitrag zu Apple Business beschrieben.
  • Du brauchst Office-Programme. Microsoft 365 läuft nativ auf Apple-Chips und unterstützt immer die drei neuesten macOS-Versionen [8].

Wann du besser bei Windows bleibst

Wenn deine Warenwirtschaft, ein Branchenprogramm oder ein Gerätetreiber nur für Windows existiert. Auch Excel-Dateien mit VBA-Makros und Access-Datenbanken solltest du vorher testen, weil sich die Mac-Fassung von Office in Details unterscheidet (Einschätzung). Ein gemischtes Büro ist kein Problem: Der Lager-PC bleibt Windows 11, die Arbeitsplätze im Büro werden Macs.

05 / Fahrplan

So steigst du von Windows auf den Mac um.

Der Umstieg ist weniger Technik als Planung. In kleinen Teams rechne ich mit einem halben bis ganzen Tag pro Arbeitsplatz, wenn die Vorarbeit stimmt (Einschätzung).

1. Branchensoftware prüfen

Frag bei jedem Anbieter aus deiner Software-Liste nach, ob es eine Mac-Version oder eine Web-Version gibt. Fehlt beides, bleibt dieser eine Arbeitsplatz Windows. Das ist die wichtigste Entscheidung im ganzen Projekt.

2. Daten sichern und umziehen

Mach zuerst eine vollständige Sicherung des alten PCs auf eine externe Platte. Dokumente, Desktop, Bilder und Downloads ziehen am einfachsten über OneDrive, Google Drive oder Dropbox um. Danach Browser-Lesezeichen und Passwörter exportieren und auf dem Mac importieren.

3. Microsoft 365 auf dem Mac einrichten

Mit einem Microsoft-365-Abo meldest du dich auf dem Mac einfach an und installierst Word, Excel, Outlook und Teams. Achte darauf, dass macOS aktuell bleibt: Office für Mac bekommt Updates nur auf den drei neuesten macOS-Versionen [8]. Dauerlizenzen wie Office 2016 oder 2019 solltest du nicht mitnehmen, ihr Support ist beendet [1].

4. Altgerät sauber stilllegen

Bleibt der alte PC als Reserve, gehört er bis zum Austausch zumindest ins Windows-11-Upgrade oder, wenn privat genutzt, ins ESU-Programm. Wird er ausgemustert, Festplatte löschen und den Rechner bei einem Hamburger Recyclinghof oder Händler abgeben.

Windows 10 im Büro in drei Schritten

01

Geräte
erfassen

02

Software
prüfen

03

Upgraden oder
umsteigen

Bis Frühjahr 2027 fertig, nicht erst im Oktober.

Umstieg planen

Soll ich mit dir durchgehen, welche Rechner wechseln?

Ich schaue mir deine Geräte und deine Software-Liste an, sage dir, wo Windows 11 reicht und wo ein Mac sinnvoll ist, und begleite den Umzug von Daten und Microsoft 365.

FAQ

Häufige Fragen zum Ende von Windows 10.

Hört mein Windows-10-PC auf zu funktionieren?

Nein. Windows 10 läuft weiter, bekommt ohne ESU aber keine Sicherheitsupdates mehr [1][3].

Wo registriere ich einen privaten PC für ESU?

Unter Einstellungen › Update & Sicherheit › Windows Update. Ist das Gerät berechtigt, erscheint dort ein Link zur Registrierung [2]. Den Status prüfst du an derselben Stelle [2].

Kann ich mit ESU später noch auf Windows 11 wechseln?

Ja, die Registrierung blockiert kein späteres Upgrade, sofern der PC die Hardware-Anforderungen erfüllt [2].

Quellen

Quellen

  1. Microsoft Support: „Windows 10 Support wurde am 14. Oktober 2025 eingestellt“ – support.microsoft.com · abgerufen 19.10.2026.
  2. Microsoft: „Erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) für Windows 10“ – microsoft.com · abgerufen 19.10.2026.
  3. Microsoft Learn: „Extended Security Updates (ESU) program for Windows 10“, Stand 17.11.2025 – learn.microsoft.com · abgerufen 19.10.2026.
  4. BleepingComputer (Lawrence Abrams): „Microsoft quietly extends free Windows 10 ESU support to October 2027“, 25.06.2026 – bleepingcomputer.com · abgerufen 19.10.2026.
  5. Microsoft Support: „Was das Ende des Windows-Supports für Office und Microsoft 365 bedeutet“ – support.microsoft.com · abgerufen 19.10.2026.
  6. Microsoft: „Windows 11 – Eigenschaften und Spezifikationen“ – microsoft.com · abgerufen 19.10.2026.
  7. Microsoft: „Ende des Supports für Windows 10“ (FAQ) – microsoft.com · abgerufen 19.10.2026.
  8. Microsoft Learn: „Overview of Office for Mac (for admins and IT Pros)“ – learn.microsoft.com · abgerufen 19.10.2026.
  9. Apple Store Deutschland: „Mac mini kaufen“ – apple.com · abgerufen 19.10.2026.
  10. Apple Store Deutschland: „MacBook Air kaufen“ – apple.com · abgerufen 19.10.2026.

Alle Quellen am 19. Oktober 2026 abgerufen. Preise im Apple Store inklusive Mehrwertsteuer, ESU-Preise laut Microsoft in US-Dollar. Aussagen ohne belastbare Quelle sind im Text als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

Sebastian Ziermann

Über den Autor

Sebastian Ziermann

Ich verbinde 18 Jahre Online-Marketing mit technischer Umsetzung und unterstütze Shopify-Shops und KMU bei KI, SEO und Webprojekten.

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