Das Wichtigste vorweg
Mit ChatGPT Sites kannst du eine Website oder kleine App direkt aus dem Chat bauen, hosten und veröffentlichen. Seit dem 15. Oktober 2026 gibt es für Plus und Pro keine feste Obergrenze mehr für die Zahl der Sites, es gelten nur noch Nutzungs- und Speicherlimits [1][2]. Für Entwürfe, Rechner und interne Tools taugt das gut. Für die Firmenwebsite oder den Onlineshop fehlen dir Kontrolle über SEO, Rechtstexte und Daten, dort bleiben WordPress und Shopify die bessere Wahl.
01 / Was neu ist
Was ChatGPT Sites ist und was sich gerade geändert hat.
ChatGPT Sites ist die Funktion, mit der ChatGPT aus einer Beschreibung eine fertige Website oder eine kleine Web-App macht. Du beschreibst, was die Seite können soll, ChatGPT baut sie, zeigt dir eine private Vorschau und veröffentlicht sie auf Wunsch unter einer eigenen Adresse [1]. Hosting, Zugriffssteuerung, Speicher und eine Datenbank sind enthalten [5].
Gestartet ist Sites als öffentliche Beta am 9. Juli 2026. Business- und Enterprise-Kunden hatten die Funktion da schon und konnten ab diesem Tag auch öffentlich veröffentlichen; Pro, Pro Lite und Edu kamen dazu, Plus einige Tage später [2]. In den kostenlosen Tarifen Free und Go gibt es Sites nicht [1].
Seitdem hat OpenAI mehrfach nachgelegt. Seit dem 20. August kannst du die Adresse einer Site ändern, die alte leitet dann weiter [2]. Seit dem 3. September lassen sich Sites mit einzelnen Personen außerhalb des eigenen Workspaces teilen, ohne sie öffentlich zu machen [2]. Und am 15. Oktober fiel die feste Obergrenze für die Zahl der Sites in Plus und Pro: Du kannst so viele anlegen, wie du willst, solange du innerhalb der Nutzungs- und Speicherlimits bleibst [1][2].
Ein Punkt, den du als Unternehmen in Deutschland kennen solltest: Beim Start im Juli waren öffentliches Veröffentlichen und die erweiterte Beta im EWR, in der Schweiz und in Großbritannien ausdrücklich nicht verfügbar [2]. Eine spätere Freigabe für Europa habe ich in den Release Notes nicht gefunden. Ob du in deinem Konto öffentlich veröffentlichen kannst, siehst du im Teilen-Dialog der Site.
02 / Stärken
Wofür Sites im Betrieb wirklich taugt.
OpenAI selbst positioniert Sites für kleine, klar umrissene Aufgaben: Projekt-Tracker, Dashboards, Rechner, Onboarding-Seiten, Prototypen und interne Portale [2][5]. Ein größeres Softwareprojekt soll Sites nicht ersetzen, das schreibt OpenAI ebenfalls [5]. Für ein kleines Unternehmen sehe ich vier sinnvolle Einsätze:
- Landingpage-Entwurf: Du willst ein neues Angebot testen und brauchst erst einmal eine Seite zum Zeigen. In einer halben Stunde hast du einen klickbaren Entwurf, über den du mit Team oder Agentur sprechen kannst.
- Interne Tools: Eine Übersicht für Urlaubsplanung, eine Linksammlung für neue Mitarbeitende oder ein Dashboard für die Wochenrunde. In Business-Workspaces kann eine Site sogar die verbundenen Apps der Besucher nutzen, jeder mit seinen eigenen Rechten [1].
- Rechner: Ein Angebotsrechner für Handwerk, ein Mengenrechner für Fliesen oder ein Vergleich von Projektvarianten. Genau solche Rechner nennt OpenAI als typisches Beispiel [5].
- Prototyp: Bevor du eine Funktion für deine echte Website in Auftrag gibst, zeigst du mit einer Site, wie sie sich anfühlen soll. Das spart Abstimmungsschleifen.
Praktisch ist auch, was rund um das Bauen passiert. Du kannst Versionen speichern und erst nach Prüfung veröffentlichen, Mitglieder deines Workspaces als Bearbeiter einladen und wiederkehrende Aktualisierungen als Zeitplan anlegen [1]. Eine eigene Domain lässt sich verbinden, wo die Funktion verfügbar ist. Die Domain musst du aber schon besitzen und ihre DNS-Einträge selbst ändern können, Sites registriert keine Domains [1].
Zum Bauen brauchst du laut OpenAI keine Programmierkenntnisse [5]. Jede Bauen- oder Ändern-Runde zählt allerdings auf dein Codex-Kontingent; Betrieb und Hosting sind davon getrennt und in Plus und Pro derzeit inklusive [1]. Wie viel Kontingent die einzelnen Tarife mitbringen, habe ich in ChatGPT-Tarife im Vergleich zusammengefasst.
03 / Grenzen
Was für eine Firmenwebsite fehlt.
Sobald eine Site öffentlich wird und Kunden sie aufrufen, gelten dieselben Regeln wie für jede andere Firmenwebsite. Hier wird es mit Sites schnell dünn.
Impressum und Datenschutz
Geschäftsmäßige Websites brauchen in Deutschland ein Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz [6]. Die Sites-Dokumentation erwähnt Anbieterangaben dieser Art nicht, eine Vorlage oder Pflichtseite gibt es nicht [1]. Du kannst ChatGPT bitten, eine Impressumsseite einzubauen, für den Inhalt bist du aber selbst verantwortlich.
Beim Datenschutz ist OpenAI deutlich: Erhebt deine Site personenbezogene Daten, bist du nach den Sites-Bedingungen der Verantwortliche im Sinne der DSGVO [3]. OpenAI empfiehlt eine sichtbare Datenschutzerklärung, Einwilligungen für nicht notwendige Cookies, Datensparsamkeit und einen Weg für Auskunfts- und Löschanfragen [3]. Für die Daten der Besucher verweist OpenAI auf seinen Auftragsverarbeitungsvertrag (Data Processing Addendum) [3]. Ein Kontaktformular auf einer Site ist also kein Selbstläufer.
Achte außerdem auf deine eigenen Chats: In Plus und Pro kann OpenAI die Unterhaltungen, in denen du eine Site baust oder bearbeitest, zum Training nutzen, wenn die Einstellung „Das Modell für alle verbessern“ aktiv ist. In Business und Enterprise passiert das standardmäßig nicht [1].
SEO-Kontrolle
Zu Seitentiteln, Meta-Beschreibungen, Sitemaps, Canonical-Tags oder strukturierten Daten sagt die Sites-Dokumentation nichts [1]. Weiterleitungen gibt es nur in einem Fall: wenn du die Adresse der Site änderst [1]. Meine Einschätzung: Du kannst ChatGPT um solche Elemente bitten, hast aber kein Werkzeug, das sie dauerhaft prüft, und keine Anbindung an die Search Console wie bei einem SEO-Plugin. Für eine Seite, die über Google Kunden bringen soll, ist das zu wenig. Was gute Sichtbarkeit in Suchmaschinen und KI-Antworten heute ausmacht, steht in GEO-Optimierung.
Shop-Funktionen
Verkaufen ist erlaubt, aber nur über einen externen Zahlungsanbieter, den du selbst anbindest und pflegst. Kartendaten darf die Site nicht selbst verarbeiten [1]. Versand, Rücksendungen, Kundenservice, Gewährleistung und Steuern liegen komplett bei dir [1]. Produktverwaltung, Lager, Rechnungen oder Rabattcodes, wie du sie aus Shopify kennst, bringt Sites nicht mit.
Datenhoheit
Deine Site läuft auf der Infrastruktur von OpenAI und hängt an deinem ChatGPT-Konto. Ein paar Details aus der Hilfe solltest du kennen: Wenn du eine ältere Version wiederherstellst, kommt nur der Code zurück, nicht die Datenbank und nicht die hochgeladenen Dateien [1]. Gelöschte Sites lassen sich nicht wiederherstellen [1]. Die Datenbank fasst pro Site bis zu 10 GB [1]. Eine Datenhaltung in der EU greift nur für Workspaces, die bereits EU-Datenresidenz haben [4]. Was mit einer Site passiert, wenn du dein Abo kündigst, und wie du sie zu einem anderen Hoster mitnimmst, beschreibt die Dokumentation nicht. Das würde ich vor einem ernsthaften Einsatz klären.
04 / Vergleich
ChatGPT Sites, WordPress oder Shopify: Was passt wann?
Die drei Werkzeuge lösen unterschiedliche Aufgaben. Die folgende Einordnung ist meine Einschätzung aus der Projektarbeit, keine Herstellerangabe.
- ChatGPT Sites: am schnellsten vom Gedanken zur klickbaren Seite. Gut für Entwürfe, Rechner, interne Werkzeuge und kurzlebige Kampagnenseiten. Schwach bei Rechtstexten, SEO, Mehrsprachigkeit und der Frage, wem die Seite am Ende gehört.
- WordPress: die richtige Wahl für Firmenwebsite, Blog und Leistungsseiten. Du kontrollierst Hoster, Domain, Datenbank und Backups, kannst jederzeit umziehen und steuerst Titel, Meta-Daten, Weiterleitungen und Sitemaps über etablierte Plugins. KI hilft hier beim Schreiben und Gestalten, die Seite bleibt aber deine.
- Shopify: die richtige Wahl, sobald du ernsthaft verkaufst. Produkte, Varianten, Lager, Zahlungsarten, Steuern und Versand sind eingebaut, und Rechtstexte für den Checkout lassen sich hinterlegen. Eine Site mit externem Bezahlknopf ersetzt das nicht.
Eine sinnvolle Kombination: Du entwirfst eine neue Landingpage oder einen Rechner in Sites, zeigst den Entwurf intern und lässt die finale Version in WordPress oder Shopify umsetzen. Interne Werkzeuge, die nie bei Google auftauchen sollen, dürfen auch dauerhaft in Sites bleiben.
05 / Was heißt das für dich
So setzt du Sites als Hamburger Betrieb sinnvoll ein.
Wenn du ohnehin ChatGPT Plus oder Pro nutzt, kostet dich ein Versuch kein zusätzliches Geld, nur Codex-Kontingent [1]. Fang mit etwas Internem an, zum Beispiel einer Startseite für neue Aushilfen mit Schichtplan-Links und Ansprechpartnern. Teile sie nur mit ausgewählten Personen, nicht öffentlich [1].
Bevor eine Site öffentlich geht, prüfe drei Dinge: Gibt es ein vollständiges Impressum und eine Datenschutzerklärung? Fragt die Site personenbezogene Daten ab, die du gar nicht brauchst? Und gibt es eine bestehende Website, mit der die neue Seite in Konkurrenz um dieselben Suchbegriffe tritt? Den dritten Punkt unterschätzen viele (Einschätzung): Zwei Seiten mit ähnlichem Inhalt auf zwei Domains helfen keiner von beiden.
Für deine Hauptwebsite und deinen Shop ändert sich mit Sites wenig. Dort zählen Auffindbarkeit, Rechtssicherheit und die Freiheit, Anbieter zu wechseln. Wo KI im Marketing darüber hinaus Arbeit abnimmt, beschreibe ich in KI im Marketing.
Vom KI-Entwurf zur Website
01
Entwurf in
Sites bauen
02
Intern testen
und schärfen
03
Live auf
WordPress
Schnell entwerfen, sauber veröffentlichen.
WordPress-Website
Du hast einen KI-Entwurf und brauchst eine echte Website?
Ich setze deinen Entwurf in WordPress um, mit Impressum, Datenschutz, sauberer SEO-Grundlage und Hosting, das dir gehört. Auf Wunsch binde ich KI-Werkzeuge so ein, dass du Inhalte selbst pflegen kannst.
FAQ
Häufige Fragen zu Websites mit ChatGPT.
Kostet das Hosting einer Site extra?
In Plus und Pro ist das Hosting laut OpenAI derzeit inklusive. Bauen und Ändern zählen auf dein Codex-Kontingent [1].
Kann ich meine eigene Domain nutzen?
Ja, wo die Funktion verfügbar ist. Du verbindest eine Domain, die du bereits besitzt, über DNS-Einträge. Kaufen kannst du über Sites keine [1].
Gibt es Sites im kostenlosen ChatGPT?
Nein. Sites gibt es in Plus, Pro sowie in Business- und Enterprise-Workspaces, nicht in Free und Go [1]. In Business-Workspaces ist Sites standardmäßig eingeschaltet [1].
Kann ich mit Sites einen Onlineshop betreiben?
Nur eingeschränkt: Zahlungen laufen über einen externen Anbieter, den du selbst einrichtest, und alles rund um Versand, Rückgabe und Steuern liegt bei dir [1]. Für einen richtigen Shop ist Shopify die passendere Grundlage.
Quellen
Quellen
- OpenAI Help Center: „Creating and using ChatGPT Sites“, aktualisiert 18. Oktober 2026 – help.openai.com · abgerufen 19.10.2026.
- OpenAI Help Center: „ChatGPT release notes“, Einträge vom 9. Juli, 20. August, 3. September und 15. Oktober 2026 – help.openai.com · abgerufen 19.10.2026.
- OpenAI Help Center: „Complying with data protection laws for ChatGPT Sites“, aktualisiert 18. Oktober 2026 – help.openai.com · abgerufen 19.10.2026.
- OpenAI Help Center: „Managing ChatGPT Sites for your workspace“ – help.openai.com · abgerufen 19.10.2026.
- OpenAI Academy: „ChatGPT Sites“, 2. Juni 2026 – openai.com · abgerufen 19.10.2026.
- Bundesministerium der Justiz: Digitale-Dienste-Gesetz (DDG), § 5 Allgemeine Informationspflichten – gesetze-im-internet.de · abgerufen 19.10.2026.
Alle Quellen am 19. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen ohne belastbare Quelle sind im Text als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

