Online-Marketing

5. Oktober 2026

ca. 5 Min. Lesezeit

Shopify zählt Sitzungen neu: Warum deine Conversion-Rate anders aussieht und wie du richtig vergleichst

Shopify hat die Sitzungszählung umgestellt: Bots raus, keine Mitternachtsgrenze mehr, Sitzungen ohne Seitenaufruf zählen. Was das für deine Conversion-Rate heißt und wie du Zeiträume richtig vergleichst.

Sebastian Ziermann

18 Jahre Online-Marketing · Beratung & Umsetzung

Inhaber eines Kaffee-Shops sieht auf dem Tablet ein Diagramm mit einem Sprung in der Kurve – Shopify zählt Sitzungen neu

In diesem Artikel

Schon eine Aufgabe im Kopf?

Das Wichtigste vorweg

Zwischen dem 21. und 23. September 2026 hat Shopify geändert, wie Analytics Sitzungen zählt: Bots werden standardmäßig herausgefiltert, Sitzungen enden nicht mehr um Mitternacht UTC, und manche Sitzungen ohne Seitenaufruf zählen jetzt mit [1]. Deine Conversion-Rate kann deshalb anders aussehen, obwohl sich an Bestellungen und Umsatz nichts geändert hat [1]. Für die Berichte vor Black Friday brauchst du eine neue Vergleichsbasis.

01 / Was sich geändert hat

Drei Änderungen an der Sitzungszählung.

Laut Shopify-Hilfe umfasst das Update drei Punkte [1]:

  1. Sitzungen folgen der Aktivität. Bisher endete eine Sitzung um Mitternacht UTC – in Deutschland also im Sommer um 2 Uhr nachts. Jetzt endet sie nach 30 Minuten ohne Aktivität.
  2. Manche Sitzungen ohne Seitenaufruf zählen. Shopifys Beispiel: Ein Kunde geht über einen Warenkorb-Link direkt in den Checkout.
  3. Erkannte Bot-Sitzungen werden standardmäßig herausgefiltert. In Berichten mit dem Filter „Human or bot session“ kannst du sie wieder einblenden.

Den Filter selbst gibt es schon seit Oktober 2025 [2]. Neu ist, dass er jetzt voreingestellt ist. Auf der Startseite und in der Live-Ansicht sind Bots immer herausgefiltert, dort lässt sich das nicht ändern [1].

02 / Die Auswirkung

Warum deine Conversion-Rate anders aussieht.

Shopify berechnet die Conversion-Rate aus Sitzungen. Ändert sich die Zahl der Sitzungen, ändert sich die Rate – auch wenn Bestellungen und Umsatz gleich bleiben [1]. Fallen Bot-Sitzungen weg, steigt die Rate tendenziell [1].

Shopify sagt aber nicht, ob deine Sitzungen insgesamt steigen oder sinken. Die drei Änderungen wirken in verschiedene Richtungen: Bot-Filter und der Wegfall der Mitternachtsgrenze senken die Zahl, mitgezählte Sitzungen ohne Seitenaufruf erhöhen sie [3]. Was überwiegt, hängt von deinem Shop ab.

Ein Rechenbeispiel aus der Shopify-Hilfe zum Bot-Filter: Ein Shop hat 1.000 Sitzungen und 35 Käufe, also 3,5 %. Davon sind 250 Sitzungen Bots mit 5 Käufen. Ohne Bots liegt die Rate der Menschen bei 30 von 750 Sitzungen, also 4 % [2]. Dieselben Kunden, dieselben Umsätze – nur eine andere Zahl im Bericht.

Betroffen sind alle Kennzahlen, die auf Sitzungen beruhen, zum Beispiel Sitzungen, Besucher, Conversion-Rate, Warenkorb-Rate, Checkout-Rate, Absprungrate und Seitenaufrufe pro Sitzung [3][4]. Nicht betroffen sind Bestellungen, Umsatz und Kundenzahlen [1].

03 / Richtig vergleichen

So vergleichst du Zeiträume jetzt richtig.

Shopify empfiehlt, das Update als Änderung der Messung zu behandeln, wenn du Zeiträume über den 21. bis 23. September hinweg vergleichst [4]. Praktisch heißt das:

  1. Nur Zeiträume nach dem Update miteinander vergleichen. Für Sitzungen und Raten gilt ab dem 24. September eine neue Basis.
  2. In beiden Zeiträumen denselben Filter nutzen. Ein gefilterter Zeitraum neben einem ungefilterten misst zwei verschiedene Dinge [3].
  3. Über die Grenze hinweg nur Bestellungen, Umsatz und Warenkorbwert vergleichen. Wenn sich Sitzungskennzahlen ändern, Bestellungen und Umsatz aber gleich bleiben, erklärt das Update den Unterschied wahrscheinlich [3].
  4. Bot-gefilterte Vergleiche nicht vor dem 7. Oktober 2025 beginnen. Ältere Sitzungen hat Shopify nicht als Mensch oder Bot eingestuft [2].

Für Black Friday bedeutet das: Ein Vergleich „Conversion-Rate BFCM 2026 gegen BFCM 2025“ ist nicht mehr sauber. Vergleiche stattdessen Umsatz, Bestellungen und Warenkorbwert mit dem Vorjahr – und die Conversion-Rate mit den Wochen ab Ende September 2026 (Einschätzung, abgeleitet aus [1][3]).

Deine neue Vergleichsbasis

01

Update
markieren

02

Ziele
neu setzen

03

Umsatz
vergleichen

Am besten vor den Black-Friday-Berichten erledigen (Einschätzung).

04 / Berichte und GA4

Was du in Dashboards und GA4 anpassen solltest.

Dashboards und Looker Studio

Setz in jedem Bericht, der Sitzungen oder Conversion-Rate zeigt, eine Anmerkung für den 21. bis 23. September 2026. In Looker Studio geht das zum Beispiel mit einer Textbox oder einer Referenzlinie im Zeitreihendiagramm. Wer Zielwerte für die Conversion-Rate hat, sollte sie nach einigen Wochen mit neuen Daten neu festlegen [3]. Auch Apps, die Sitzungsdaten von Shopify nutzen, und eigene Berichte mit Sitzungskennzahlen können sich ändern und sollten geprüft werden [3].

Abgleich mit GA4

Seit dem Update teilen Shopify und GA4 Sitzungen beide nicht mehr um Mitternacht, und beide beenden eine Sitzung nach 30 Minuten Inaktivität [3]. Gleich werden die Zahlen trotzdem nicht: Bots, Einwilligungen, Zeitzonen und Werbeblocker werden unterschiedlich behandelt [3]. Nimm die Bestellungen in Shopify als Referenz und beobachte, wie groß die Lücke zu den Käufen in GA4 ist – nicht, ob die Zahlen exakt passen.

Ein Tipp: Wenn sich das Verhältnis von Shopify-Sitzungen zu GA4-Sitzungen in der Woche des Updates sprunghaft ändert und du an GA4 nichts geändert hast, ist das Update die wahrscheinliche Erklärung [3]. Wie du KI-Besuche in GA4 getrennt auswertest, steht im Beitrag zu den Gemini-UTM-Parametern. Und welche Tracking-Codes 2027 wegfallen, liest du im Beitrag zu den Shopify Script-Tags.

Beispiel: Ein Hamburger Shop für Kaffeebohnen sieht Anfang Oktober eine Conversion-Rate von 2,6 % statt bisher 2,1 % und freut sich über die neue Produktseite (fiktives Beispiel). Ein Blick auf die Bestellungen zeigt: unverändert. Die Verbesserung kommt aus dem Bot-Filter, nicht aus der Seite. Ohne Anmerkung im Dashboard wäre das eine teure Fehlentscheidung.

Shopify und Reporting

Soll ich deine Berichte vor Black Friday prüfen?

Ich gehe deine Shopify-Berichte, GA4 und dein Dashboard durch, setze die neue Vergleichsbasis und sorge dafür, dass du im November die richtigen Zahlen vergleichst.

FAQ

Häufige Fragen zu Shopify-Sitzungen.

Hat sich mein Umsatz geändert?

Nein. Das Update betrifft nur sitzungsbasierte Kennzahlen, nicht Bestellungen, Umsatz oder Kundenzahlen [1].

Kann ich die Bots wieder einblenden?

In Berichten mit dem Filter „Human or bot session“ ja. Startseite und Live-Ansicht filtern Bots immer heraus [1].

Erkennt Shopify alle Bots?

Nein. Shopify stuft bewusst vorsichtig ein, um echte Kunden nicht als Bots zu zählen. Manche automatisierten Besuche werden deshalb nicht sofort erkannt [2].

Quellen

Quellen

  1. Shopify Help Center: „Changes to sessions and conversion rate in Shopify Analytics“, ohne Datum – help.shopify.com · abgerufen 05.10.2026.
  2. Shopify Help Center: „Bot filtering in Shopify analytics and reports“, ohne Datum – help.shopify.com · abgerufen 05.10.2026.
  3. Ecomhint (Jakub Rusniok): „Shopify Sessions: How They're Counted and What Changed“, ohne Datum – ecomhint.com · abgerufen 05.10.2026.
  4. Shopify Help Center: „Acquisition reports“, ohne Datum – help.shopify.com · abgerufen 05.10.2026.

Alle Quellen am 5. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen ohne belastbare Quelle sind im Text als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

Sebastian Ziermann

Über den Autor

Sebastian Ziermann

Ich verbinde 18 Jahre Online-Marketing mit technischer Umsetzung und unterstütze Shopify-Shops und KMU bei KI, SEO und Webprojekten.

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