Das Wichtigste vorweg
Seit dem 24. September 2026 teilt die Google Search Console den Suchtyp „Web“ in „textbasiert“ und „multimodal“. Multimodal zählt Suchen mit Bild, etwa über Google Lens oder Circle to Search. Suchanfragen gibt es dafür nicht, du arbeitest mit Seiten, Geräten und Ländern. Und wer seine Zahlen per API oder Looker Studio zieht, sieht diesen Anteil derzeit wahrscheinlich nicht.
01 / Was sich geändert hat
Was zeigt der neue Suchtyp?
Google hat die Neuerung am 24. September 2026 im Search Central Blog angekündigt. Erfasst werden Suchen mit Google Lens, Circle to Search auf Android, Bild-Uploads in der Google-Suche und die Chrome-Rechtsklick-Funktion „Search this image“. Der Rollout läuft weltweit ab diesem Tag, Werte erscheinen nur bei entsprechendem Traffic [1].
In der deutschen Hilfe heißt es: „Web: textbasiert“ umfasst den Traffic aus Textanfragen in der normalen Suchleiste. „Web: multimodal“ enthält Websuchergebnisse, bei denen ein Bild Teil der Suche war [2]. Den neuen Suchtyp gibt es laut Ankündigung auch im Bericht zu generativen KI-Funktionen [1]. Wie du in KI-Antworten generell sichtbar wirst, beschreibe ich unter GEO-Optimierung verständlich erklärt.
Die wichtigste Einschränkung steht in der Hilfe zu Dimensionen: Weil multimodale Suchen überwiegend Bilder statt Text verwenden, gibt es für diesen Traffic keine Suchanfragen. Der Tab „Suchanfragen“ ist bei diesem Suchtyp nicht verfügbar [3]. Du siehst also, welche Seite gezeigt und geklickt wurde, aber nicht, mit welchem Foto jemand gesucht hat.
Was laut Berichten außerdem gilt
- Standardansicht nur noch Text: Laut Christian Ott (SEO Kreativ) öffnet der Bericht jetzt mit „Web (textbasiert)“. Eine Option für beide Web-Varianten zusammen gibt es im Filter nicht [5].
- Neue Daten, keine Umbuchung: Laut Search Engine Roundtable und Productrise waren diese Suchen vorher nicht im Web-Bericht enthalten [6][7]. Google selbst äußert sich in der Ankündigung nicht dazu [1].
- Kurze Historie: Bei SEO Kreativ beginnen die Daten am 10. September 2026 [5]. Ein einheitliches Startdatum nennt Google nicht [1].
02 / Den Filter finden
So öffnest du die multimodalen Daten.
Du musst nichts einrichten und keine neue Property anlegen. Der Filter sitzt dort, wo du auch zwischen Web, Bild, Video und News wechselst [2].
- Bericht öffnen. In der Search Console gehst du auf „Leistung“ und dann auf „Suchergebnisse“.
- Suchtyp wechseln. Oben auf den Filter „Suchtyp“ klicken und „Web: multimodal“ wählen [2].
- Vergleich anlegen. Im Tab „Vergleichen“ stellst du „Web: textbasiert“ gegen „Web: multimodal“. So siehst du beide Reihen in einem Diagramm, wie SEO Kreativ es beschreibt [5].
- Startdatum notieren. Im Tab „Datumsangaben“ siehst du, ab wann deine Property Werte hat. Vergleiche über dieses Datum hinweg ergeben keinen Sinn.
Siehst du keinen Filter oder nur leere Werte, kann das zwei Gründe haben: Der Rollout ist bei deiner Property noch nicht angekommen, oder deine Seiten bekommen schlicht keinen Traffic aus Bildsuchen [1].
In drei Schritten
01
Filter
wählen
02
Seiten
vergleichen
03
Bilder
verbessern
Erst messen, dann gezielt an den Seiten arbeiten, die per Bild gefunden werden.
03 / Für Shops
Welche Produktseiten werden per Foto gefunden?
Ohne Suchanfragen ist der Tab „Seiten“ dein wichtigstes Werkzeug. Er zeigt, welche URLs bei Suchen mit Bild erschienen sind. Für einen Shopify-Shop sind das vor allem Produkt- und Kollektionsseiten. Du kannst zusätzlich nach Land und Gerät aufteilen [3].
- Top-Seiten exportieren. Unter „Web: multimodal“ den Tab „Seiten“ öffnen und über „Exportieren“ herunterladen. Google nennt den Export ausdrücklich als Weg, die Daten weiterzuverarbeiten [1].
- Gegen Text abgleichen. Dieselbe Liste unter „Web: textbasiert“ exportieren. Interessant sind Seiten, die per Bild auftauchen, per Text aber kaum.
- Gerät prüfen. Bei SEO Kreativ kamen 89 Prozent der multimodalen Impressionen vom Smartphone, bei Text 22 Prozent [5]. Das ist eine Beobachtung an einer einzigen Website. Ein Blick auf die mobilen Produktseiten lohnt sich trotzdem.
- Stärkste und schwächste Seiten vergleichen. Haben die gut sichtbaren Produkte mehr, schärfere oder vielfältigere Bilder? Das schlägt Productrise als Vorgehen vor [7]. Ob Bildanzahl oder Bildqualität wirklich der Grund ist, belegt der Bericht nicht. Behandle es als Hypothese, die du testest.
Ein mögliches Beispiel: Ein Shop für Keramik sieht, dass drei Tassenmodelle multimodale Impressionen haben, zwanzig andere aber keine. Dann lohnt der Vergleich, wie die Bilder dieser drei Produktseiten aufgebaut sind.
Zur Größenordnung: Bei SEO Kreativ, einem SEO-Blog, machten multimodale Suchen rund 0,2 Prozent der Web-Impressionen aus [5]. Bei einem Shop mit vielen Produktfotos kann das anders aussehen. Belastbare Durchschnittswerte für Shops habe ich nicht gefunden. Laut Productrise zählt zudem das Merchant Center Produkt-Impressionen anders, der Bericht kann also weniger zeigen, als tatsächlich passiert [7]. Nutze ihn für Muster zwischen Seiten, nicht als vollständige Zählung.
04 / Bilder und Produktdaten
Was du an Bildern und Alt-Texten verbessern kannst.
Google verknüpft die neue Auswertung bisher nicht mit eigenen Optimierungstipps. Der naheliegende Ausgangspunkt sind Googles Empfehlungen für Bilder in der Suche [4]. Daraus ergeben sich für Shops ein paar konkrete Punkte:
- Echte Bildelemente: Google findet Bilder im
src-Attribut von<img>. CSS-Hintergrundbilder indexiert Google nicht [4]. Prüfe das bei Slidern und Theme-Abschnitten. - Alt-Text: Google nennt ihn das wichtigste Attribut für Bild-Metadaten und nutzt ihn zusammen mit Computer Vision und dem Seiteninhalt, um das Motiv zu verstehen. Keyword-Listen im Alt-Text wertet Google als Spam-Risiko [4].
- Bild nah am Text: Google zieht Informationen aus Bildunterschriften und dem Seiteninhalt. Bilder sollten neben passendem Text stehen [4].
- Dateinamen: Kurze, beschreibende Namen geben laut Google leichte Hinweise. „steingut-tasse-salbeigruen.jpg“ ist besser als „IMG00023.JPG“ [4].
Alt-Texte in Shopify pflegen
In Shopify trägst du Alt-Texte direkt am Produktbild ein: Produkt öffnen, Medium anklicken, „Alt-Text hinzufügen“. Shopify erlaubt bis zu 512 Zeichen und empfiehlt 125 oder weniger. Für viele Produkte geht es auch per CSV-Import [9]. Beschreibe, was zu sehen ist, also Farbe, Material und Perspektive, statt nur den Produktnamen zu wiederholen.
Productrise empfiehlt zusätzlich, mehrere Ansichten pro Produkt zu zeigen und die Bilder der Produktseite auch im Merchant-Center-Feed zu übergeben, ergänzt um Attribute wie Marke, GTIN, Farbe und Material [7]. Das ist eine plausible Annahme des Anbieters, kein von Google bestätigter Zusammenhang mit dem multimodalen Bericht. Meine Einschätzung: Für Shops mit wenigen, sehr ähnlichen Produktfotos ist das trotzdem ein sinnvoller Test. Mehr zu meiner Arbeit an Shops unter Shopify.
05 / Reporting
Warum dein Dashboard den Anteil nicht zeigt.
Wenn du Search-Console-Daten per Connector oder API in Looker Studio ziehst – das laut Google inzwischen Data Studio heißt [10] –, betrifft dich der folgende Punkt direkt.
Die API-Dokumentation (Stand 11. August 2026) kennt beim Parameter type die Werte web, image, video, news, discover und googleNews, aber keinen eigenen Wert für multimodal [11]. Auch der Search-Console-Connector in Data Studio listet nur web, image, video und news sowie bei URL-Impressionen zusätzlich discover und googleNews [10].
Christian Ott hat für seine Property verglichen: Die API lieferte mit type=web exakt die Werte von „Web (textbasiert)“, die multimodalen Daten kamen nicht mit [5]. Das ist ein Test an einer Website an einem Tag. Prüfe es bei dir selbst, bevor du Berichte umbaust: gleiche Zeitspanne, gleiche Dimension, API-Summe gegen die Oberfläche.
So kennzeichnest du es im Report
Hinweis
Textfeld über den Search-Console-Zahlen: „Web = nur textbasierte Suche. Suchen per Bild (Lens, Circle to Search) sind nicht enthalten.“
Ergänzung
Multimodale Klicks und Impressionen monatlich aus der Oberfläche exportieren und als eigene Tabelle (z. B. Google Sheets) anbinden.
Export
Werte, die im Bericht als „~“ oder „-“ erscheinen, stehen im Export als Null [2]. Notiere bei jedem Export den aktiven Suchtyp.
Zeitraum
Startdatum der multimodalen Reihe als Anmerkung im Bericht festhalten. Vorher gibt es keine Vergleichswerte.
Wichtig für die Interpretation: Wenn die Web-Zahlen in deinem Dashboard nach dem 24. September stabil bleiben, ist das kein Beleg, dass Bildsuche für dich keine Rolle spielt. Der Anteil fehlt dort womöglich einfach. Wie ich Search-Console-Daten sauber in Berichte übersetze, findest du auf der Seite SEO.
Reporting prüfen
Zeigt dein Report noch das ganze Bild?
Ich gleiche deine Looker-Studio- oder Data-Studio-Zahlen mit der Search Console ab, ergänze den multimodalen Anteil und zeige dir, welche Produktseiten per Bild gefunden werden.
FAQ
Häufige Fragen zum Multimodal-Filter
Sehe ich, welches Foto jemand verwendet hat?
Nein. Für multimodale Suchen gibt es keine Suchanfragen und kein Bild im Bericht. Du siehst Seiten, Länder, Geräte und Tage [3].
Kann ich Lens und Circle to Search getrennt auswerten?
Nein. Google fasst Lens, Circle to Search, Bild-Uploads und die Chrome-Bildsuche unter einem Suchtyp „multimodal“ zusammen [1][8].
Sind meine bisherigen Web-Zahlen jetzt kleiner?
Laut Search Engine Roundtable und Productrise sind es neu erfasste Daten, die vorher nicht in „Web“ steckten [6][7]. Google selbst äußert sich dazu nicht [1].
Quellen
Quellen
- Google Search Central Blog (Kharbanda, H.; Samet, M.): „Announcing web multimodal Search performance reporting in Search Console“, 24.09.2026 – developers.google.com · abgerufen 02.10.2026.
- Google Search Console-Hilfe: „Leistungsbericht (Google-Suchergebnisse): Übersicht und grundlegende Einrichtung“ – support.google.com · abgerufen 02.10.2026.
- Google Search Console-Hilfe: „Performance report (Search results): Dimensions and data groupings“ – support.google.com · abgerufen 02.10.2026.
- Google Search Central: „Google image SEO best practices“, Stand 02.03.2026 – developers.google.com · abgerufen 02.10.2026.
- SEO Kreativ (Ott, C.): „Web (text) and multimodal: what the new Search Console type shows“, 24.09.2026 – Auswertung einer Property, 10.–21.09.2026 – seo-kreativ.de · abgerufen 02.10.2026.
- Search Engine Roundtable (Schwartz, B.): „Multimodal Search Type Filter In Google Search Console Performance Report“, 24.09.2026 – seroundtable.com · abgerufen 02.10.2026.
- Productrise (Huijer, H.): „Google Search Console now shows multimodal search data (and why it matters for products)“, 24.09.2026 – productrise.app · abgerufen 02.10.2026.
- Search Engine Journal: „Google Search Console Adds Multimodal Filter For Image-Based Searches“, 24.09.2026 – searchenginejournal.com · abgerufen 02.10.2026.
- Shopify Help Center: „Adding alt text to media“ – help.shopify.com · abgerufen 02.10.2026.
- Google Cloud Documentation: „Connect to Search Console“ (Data Studio, ehemals Looker Studio), Stand 30.09.2026 – docs.cloud.google.com · abgerufen 02.10.2026.
- Google for Developers: „Search Analytics: query“ (Search Console API), Stand 11.08.2026 – developers.google.com · abgerufen 02.10.2026.
Alle Quellen am 2. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen, die nicht aus Googles eigener Dokumentation stammen, sind im Text als Bericht Dritter oder als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

