KI & Marketing

25. Oktober 2026

ca. 9 Min. Lesezeit

KI-Übersetzer im Vergleich: DeepL, ChatGPT und Gemini für Website, Shop und Angebote – und was du prüfst, bevor übersetzte Texte online gehen

DeepL, ChatGPT oder Gemini? Welcher KI-Übersetzer zu Produkttexten, Rechtstexten und Angeboten passt, was die Gratis-Versionen mit deinen Daten machen und was du prüfst, bevor eine übersetzte Website online geht.

Sebastian Ziermann

18 Jahre Online-Marketing · Beratung & Umsetzung

Zwei Personen in einem hellen Hamburger Büro vergleichen am Laptop zwei Textspalten – übersetzte Website-Texte vor dem Veröffentlichen prüfen

In diesem Artikel

Schon eine Aufgabe im Kopf?

Das Wichtigste vorweg

DeepL, ChatGPT und Gemini übersetzen alle drei, unterscheiden sich aber bei Datenschutz, Glossaren und Einbindung: In den kostenlosen Versionen können deine Texte zum Training genutzt werden, in den bezahlten Business-Varianten standardmäßig nicht [5][6][8][9]. Shopify übersetzt Shops in Deutschland seit Oktober in bis zu acht Sprachen automatisch und hält sie wöchentlich aktuell, Rechtstexte aber ausdrücklich nicht [2][3]. Bevor übersetzte Seiten online gehen, gehören Glossar, Stichprobe durch einen Muttersprachler und saubere hreflang-Angaben dazu [4][12].

01 / Warum jetzt

Maschinelle Übersetzung steckt jetzt direkt in Shop und Videocall.

Zwei Ankündigungen aus diesem Monat zeigen, wohin es geht. Google hat am 22. Oktober die Sprachübersetzung in Google Meet auf 63 Sprachen erweitert [1]. Meet erkennt die gesprochene Sprache automatisch und übersetzt sie nahezu in Echtzeit in die Sprache, die jede Teilnehmerin für sich einstellt, als Ton und als Untertitel [1].

Shopify hat am 9. Oktober die App Translate & Adapt für Shops in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern erweitert: Statt zwei kann Shopify jetzt bis zu acht Sprachen automatisch übersetzen, und mit „Auto-sync“ werden neue und geänderte Inhalte jede Woche nachübersetzt [2].

Für kleine Unternehmen heißt das: Eine englische oder dänische Version des Shops ist schnell erzeugt. Die Frage ist nicht mehr, ob du übersetzen kannst, sondern mit welchem Werkzeug, unter welchen Datenschutzbedingungen und mit welcher Prüfung, bevor die Texte bei Kunden und in Google landen.

02 / Die drei Werkzeuge

DeepL, ChatGPT und Gemini im Vergleich.

Die drei Werkzeuge sind unterschiedlich gebaut. DeepL ist ein reiner Übersetzungsdienst mit Tarifen nach Zeichenmenge. ChatGPT und Gemini sind allgemeine KI-Assistenten, die nebenbei übersetzen. Welches „besser“ übersetzt, beurteile ich hier nicht; dazu fehlt mir ein belastbarer, unabhängiger Vergleich. Entscheidend für den Alltag sind Daten, Kosten und Steuerbarkeit.

DeepL: Glossare und klare Datenregeln im Pro-Tarif

Die kostenlose Version übersetzt 50.000 Zeichen pro Monat [5]. Bezahlt kostet DeepL bei jährlicher Abrechnung 7,49 € im Monat (Individual, 300.000 Zeichen), 24,99 € je Person (Team, 1.000.000 Zeichen) oder 49,99 € je Person (Business, unbegrenzt mit Fair-Use-Regel), jeweils inklusive Mehrwertsteuer [5].

Für Firmen wichtig ist der Unterschied beim Datenschutz. In der kostenlosen Version verarbeitet DeepL Texte und Übersetzungen für einen begrenzten Zeitraum, um seine Modelle zu trainieren, und die Nutzungsbedingungen verbieten dort Texte mit personenbezogenen oder vertraulichen Daten [6][7]. In den Pro-Tarifen werden Texte nach der Übersetzung gelöscht und nicht zum Training verwendet [5][6]. Für Texte mit personenbezogenen Daten verweist DeepL auch dort auf einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, den du über privacy@deepl.com abschließt [6].

Für einheitliche Begriffe bietet DeepL Glossare: in Free und Individual eines mit fünf Einträgen pro Sprachpaar, in Team fünf Glossare mit je 1.000 Einträgen, ab Business unbegrenzt [5]. Team bringt außerdem fünf teilbare Stilregel-Listen mit [5].

ChatGPT: flexibel, aber Training im Privat-Abo selbst abschalten

ChatGPT übersetzt nicht nur, es kann gleichzeitig kürzen, umformulieren oder an eine Zielgruppe anpassen. Das ist für Werbetexte praktisch, für Verträge eher ein Risiko, weil du genau sagen musst, dass nichts verändert werden soll. Die Preise der einzelnen Pläne habe ich in ChatGPT Plus, Pro oder Business? aufgeschlüsselt.

Beim Datenschutz gilt: In Free, Plus und Pro kann OpenAI Inhalte zum Training nutzen, du kannst das unter Einstellungen › Datenkontrollen abschalten [8]. Bei ChatGPT Business, Enterprise und der API werden Ein- und Ausgaben standardmäßig nicht zum Training verwendet [8]. Wie du die Einstellungen im Team setzt, steht in ChatGPT im Team datenschutzfreundlich einstellen.

Gemini: sinnvoll, wenn ihr ohnehin in Google Workspace arbeitet

In Google Workspace werden Inhalte laut Google ohne Erlaubnis weder manuell geprüft noch zum Training von KI-Modellen außerhalb eurer Domain verwendet [9]. In privaten Google-Konten können Chats bei eingeschalteter Einstellung „Aktivitäten speichern“ zur Verbesserung genutzt und teilweise von Prüfern gelesen werden [10].

Die neue Meet-Übersetzung gibt es unter anderem in Workspace Business Standard und Plus; organisiert jemand mit passendem Plan das Meeting, können auch externe Gäste sie nutzen [1]. In den Basis-Plänen ist sie auf 90 Minuten pro Meeting begrenzt und funktioniert nicht in Aufzeichnungen, Livestreams und Einwahlen per Telefon [1]. Welcher Assistent insgesamt zu deinem Team passt, habe ich in ChatGPT, Claude oder Gemini? verglichen.

03 / Nach Einsatz

Welches Werkzeug für welchen Text?

Statt ein Werkzeug für alles zu suchen, lohnt sich die Frage, welcher Text gerade übersetzt wird. Die folgende Einteilung ist meine Einschätzung auf Basis der Anbieterangaben.

  • Produkttexte im Shop: Wenn du Shopify nutzt, ist Translate & Adapt der naheliegende Weg, weil die Übersetzungen direkt am Produkt hängen und mit Auto-sync aktuell bleiben [2][3]. Manuell bearbeitete Übersetzungen überschreibt Shopify nicht [2]. Shopify rät selbst, die Übersetzungen vor dem Veröffentlichen zu prüfen [3]. Für Markennamen, Materialien und Größenangaben lohnt ein Glossar, etwa in DeepL Team.
  • Rechtstexte: AGB, Widerrufsbelehrung und Datenschutzerklärung kann Translate & Adapt gar nicht automatisch übersetzen; Shopify empfiehlt hierfür eine professionelle Übersetzung [3]. Diese Haltung würde ich für jedes Werkzeug übernehmen (Einschätzung). Eine Maschine kennt das Recht des Ziellands nicht.
  • E-Mails und Angebote: Hier stehen fast immer Namen, Adressen oder Preise eines Kunden drin. Damit fallen die kostenlosen Versionen von DeepL aus, deren Bedingungen personenbezogene Daten ausschließen [7]. Nimm eine Pro- oder Business-Variante oder entferne die Kundendaten vor dem Übersetzen. Für den Ton hilft eine feste Anweisung, etwa „förmliche Anrede, keine Ausrufezeichen“, die du in ChatGPT oder Gemini jedes Mal mitgibst.
  • Gespräche mit Kunden oder Lieferanten: Die Meet-Übersetzung ersetzt keinen Dolmetscher bei Vertragsverhandlungen, kann aber Abstimmungen erleichtern (Einschätzung). Halte Ergebnisse trotzdem schriftlich fest, weil Aufzeichnungen nicht übersetzt werden [1].

Ein Beispiel: Ein Hamburger Shop für Wohnaccessoires will nach Dänemark und in die Niederlande liefern. Die Produktbeschreibungen laufen über Translate & Adapt mit Auto-sync, Marken- und Materialbegriffe stehen in einer festen Liste, die AGB übersetzt ein Fachübersetzer, und Angebote an Händler entstehen in einem Business-Tarif ohne Training (fiktives Beispiel).

04 / SEO

Was Google bei übersetzten Seiten erwartet.

Wer eine Website übersetzt, will meist auch in anderen Ländern gefunden werden. Google gibt dafür zwei klare Hinweise.

Erstens: Übersetzte Seiten sind kein doppelter Inhalt. Lokalisierte Versionen gelten laut Google nur dann als Duplikate, wenn der Hauptinhalt unübersetzt bleibt [12]. Damit Google die richtige Sprachversion ausspielt, kennzeichnest du die Varianten mit hreflang, per HTML, HTTP-Header oder Sitemap [12]. Jede Sprachversion muss sich selbst und alle anderen Versionen nennen, und die Verweise müssen in beide Richtungen bestehen, sonst ignoriert Google sie [12].

Zweitens: Masse ohne Mehrwert ist Spam. Googles Richtlinie zu „Scaled content abuse“ nennt ausdrücklich viele Seiten, die durch automatische Umwandlung wie Übersetzen entstehen und Nutzern wenig bieten [11]. Eine ungeprüft übersetzte Website ist nicht automatisch Spam, aber hunderte maschinell erzeugte Seiten ohne Kontrolle sind genau das Muster, das Google beschreibt (Einschätzung).

Shopify und WordPress

In Shopify musst du dich um hreflang kaum kümmern: Die Tags werden automatisch anhand deiner Märkte und Sprachen erzeugt, sobald eine Sprache eine eigene Domain, Subdomain oder einen Unterordner hat [4]. Abschalten solltest du sie nur, wenn ein Theme oder eine App bereits eigene Tags setzt [4].

WordPress bringt keine eingebaute Mehrsprachigkeit mit, dafür brauchst du ein Plugin. Prüfe nach der Einrichtung im Quelltext einer übersetzten Seite, ob die hreflang-Angaben vollständig und gegenseitig sind. Wie du maschinell erzeugte Texte allgemein vor dem Veröffentlichen kontrollierst, beschreibe ich in Faktencheck für KI-Texte.

05 / Prüfliste

Was du prüfst, bevor übersetzte Texte online gehen.

Diese Punkte solltest du für jede neue Sprache einmal durchgehen. Für einen kleinen Shop ist das eher eine Sache von Stunden als von Wochen (Einschätzung).

  1. Tarif klären: Kommen Kundendaten oder interne Preise in den Übersetzer? Dann nur ein Tarif, der nicht trainiert [5][8][9].
  2. Glossar anlegen: Markennamen, Produktnamen, Größen und feste Begriffe, die nicht übersetzt oder immer gleich übersetzt werden.
  3. Tonalität festlegen: Du oder Sie, Länge der Sätze, Umgang mit Ausrufezeichen. Als feste Anweisung speichern.
  4. Stichprobe durch Muttersprachler: Startseite, die zehn wichtigsten Produkte, Checkout-Texte und E-Mail-Vorlagen.
  5. Zahlen und Einheiten prüfen: Preise, Versandkosten, Maße und Datumsformate gegen das Original abgleichen.
  6. Rechtstexte gesondert: nicht maschinell, sondern fachlich übersetzen lassen [3].
  7. Technik testen: hreflang gegenseitig, x-default gesetzt, übersetzte URLs in der Sitemap [4][12].

Mehrsprachig in drei Schritten

01

Tarif und
Glossar

02

Übersetzen und
gegenlesen

03

hreflang
prüfen

Erst eine Sprache sauber, dann die nächste.

Mehrsprachige Website

Soll ich deine übersetzte Website prüfen, bevor sie live geht?

Ich sehe mir Übersetzungs-Workflow, Datenschutz-Tarife, hreflang und Sitemaps deiner Website oder deines Shopify-Shops an und sage dir, was vor dem Start noch fehlt.

FAQ

Häufige Fragen zu KI-Übersetzern.

Darf ich die kostenlose Version von DeepL im Unternehmen nutzen?

Geschäftliche Nutzung ist erlaubt, aber nicht für Texte mit personenbezogenen oder vertraulichen Daten [7]. Außerdem können die Texte zum Training verwendet werden [6].

Schadet eine maschinell übersetzte Website meinem Ranking?

Übersetzte Seiten sind laut Google keine Duplikate [12]. Problematisch wird es, wenn viele Seiten automatisch erzeugt werden und Nutzern wenig bieten [11]. Geprüfte Übersetzungen mit korrektem hreflang sind der sichere Weg.

Wie viele Sprachen übersetzt Shopify automatisch?

Für Shops in Deutschland bis zu acht Sprachen zusätzlich zur Standardsprache, in allen anderen Ländern zwei [3]. Jede automatisch übersetzte Sprache belegt einen Platz, auch wenn du sie später wieder entfernst [3].

Quellen

Quellen

  1. Google Workspace Updates: „Real-time speech translation in Google Meet expands to 63 languages with automatic language detection“, 22. Oktober 2026 – workspaceupdates.googleblog.com · abgerufen 25.10.2026.
  2. Shopify Changelog: „Translate & Adapt EU Update: Auto-sync translations for up to 8 languages“, 9. Oktober 2026 – changelog.shopify.com · abgerufen 25.10.2026.
  3. Shopify Help Center: „Translating content automatically using the Translate & Adapt app“ – help.shopify.com · abgerufen 25.10.2026.
  4. Shopify Help Center: „International SEO for markets“ – help.shopify.com · abgerufen 25.10.2026.
  5. DeepL: „DeepL Pro | Text, Word-Dokumente und weitere Dateiformate sicher übersetzen“ (Preise Deutschland, EUR) – deepl.com · abgerufen 25.10.2026.
  6. DeepL: „Datenschutzerklärung“, Abschnitte 3 und 4 – deepl.com · abgerufen 25.10.2026.
  7. DeepL: „DeepLs Kostenlose Dienste – Nutzungsbedingungen“ – deepl.com · abgerufen 25.10.2026.
  8. OpenAI Help Center: „How your data is used to improve model performance“ – help.openai.com · abgerufen 25.10.2026.
  9. Google Workspace Admin-Hilfe: „Privacy Hub für generative KI in Google Workspace“ – knowledge.workspace.google.com · abgerufen 25.10.2026.
  10. Gemini-Hilfe: „Gemini-Apps – Datenschutzhinweise“ – support.google.com · abgerufen 25.10.2026.
  11. Google Search Central: „Spam policies for Google web search“ (Abschnitt Scaled content abuse), aktualisiert 28. August 2026 – developers.google.com · abgerufen 25.10.2026.
  12. Google Search Central: „Tell Google about localized versions of your page“, aktualisiert 21. September 2026 – developers.google.com · abgerufen 25.10.2026.

Alle Quellen am 25. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen ohne belastbare Quelle sind im Text als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

Sebastian Ziermann

Über den Autor

Sebastian Ziermann

Ich verbinde 18 Jahre Online-Marketing mit technischer Umsetzung und unterstütze Shopify-Shops und KMU bei KI, SEO und Webprojekten.

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