SEO-Tools

29. Oktober 2026

ca. 9 Min. Lesezeit

404-Fehler in der Search Console: Welche du ignorieren kannst, welche du weiterleitest – und warum Google sagt, dass sie nicht schaden

Google sagt: 404-Fehler kosten weder Ranking noch Crawl-Budget. Welche 404 in der Search Console du ignorieren kannst, wann eine Weiterleitung oder ein 410 sinnvoll ist, wie du das in Shopify und WordPress umsetzt und warum 5xx, 429 und Soft 404 die eigentlichen Warnsignale sind.

Sebastian Ziermann

18 Jahre Online-Marketing · Beratung & Umsetzung

Frau sortiert in einem hellen Büro mit Blick auf die Hamburger Speicherstadt farbige Karteikarten in Fächer, daneben ein kleiner Holzwegweiser

In diesem Artikel

Schon eine Aufgabe im Kopf?

Das Wichtigste vorweg

Eine lange Liste mit 404-Fehlern in der Search Console ist kein Ranking-Problem: Laut Google schaden 404-Seiten weder der Indexierung noch dem Ranking deiner übrigen Seiten und verbrauchen kein Crawl-Budget [1][3]. Weiterleiten lohnt sich nur, wenn es einen echten Nachfolger gibt, und zwar auf genau diese Seite, nicht pauschal auf die Startseite [1][3]. Ernst nehmen solltest du dagegen Serverfehler (5xx), den Status 429 und Soft-404-Seiten [5][6].

01 / Was Google sagt

Warum 404-Fehler nicht schaden.

Am 28. Oktober 2026 hat Google in seiner Videoreihe „The Non-Canonical Cabinet“ eine Folge nur über 404-Fehler veröffentlicht [1][2]. Gary Illyes und Cherry Prommawin reagieren darin auf eine Situation, die viele Shop- und Website-Betreiber kennen: Du öffnest die Search Console, siehst Hunderte Adressen mit „Nicht gefunden (404)“ und fragst dich, ob deine Website jetzt abgestraft wird.

Die Antwort von Illyes ist deutlich. Ein 404 bedeutet nur „nicht gefunden“ und ist ein normaler Teil des Webs: Seiten verschwinden, Produkte sind ausverkauft, Adressen werden gelöscht. Googlebot erkennt, dass die Seite weg ist, und nimmt sie irgendwann aus dem Index. Es gibt keine Abstrafung und keine negative Wirkung auf deine anderen Seiten [1].

Das deckt sich mit der Search-Console-Hilfe. Dort steht, dass 404-Fehler die Indexierung und das Ranking deiner Website nicht beeinträchtigen und dass sich viele, wenn nicht die meisten, gar nicht zu beheben lohnen [3]. Auch das verbreitete Argument mit dem Crawl-Budget räumt Illyes ab: Normale 404-Antworten zehren die Crawl-Kapazität deiner Website nicht auf [1].

Wichtig ist der zweite Teil der Botschaft. Ob du einen 404 behebst, ist laut Google keine SEO-Pflicht, sondern eine Entscheidung über Nutzererlebnis und Umsatz [1]. Wenn ein gelöschtes Bestseller-Produkt noch Besucher aus Newslettern, Social Media oder fremden Links bekommt, verlierst du dort im Zweifel Verkäufe. Genau diese Fälle lohnen sich.

02 / Search Console lesen

Was die 404-Liste in der Search Console wirklich zeigt.

Die 404-Fehler findest du im Bericht „Seitenindexierung“ unter „Warum Seiten nicht indexiert werden“. Google ordnet den Eintrag „Nicht gefunden (404)“ so ein: Die Adresse hat beim Abruf einen 404 geliefert, und Google hat sie ohne ausdrückliche Anfrage oder Sitemap entdeckt, etwa über einen Link oder weil die Seite früher existiert hat [4]. Ein 404 ist laut Google nicht unbedingt ein Problem, wenn die Seite ohne Ersatz entfernt wurde [4].

Zwei Punkte aus der Hilfe nehmen viel Druck heraus. Erstens wird Googlebot eine solche Adresse wahrscheinlich noch eine Weile abrufen. Du kannst Google nicht anweisen, eine URL endgültig zu vergessen, aber sie wird immer seltener gecrawlt [4]. Zweitens sollen gelöschte Seiten und nie existierende Adressen nach etwa einem Monat aus dem Bericht verschwinden [3]. Eine lange Liste ist also oft nur das Echo alter Aufräumarbeiten.

Anders sieht es aus, wenn du die Adresse selbst eingereicht hast, zum Beispiel über die Sitemap. Dann lohnt sich laut Google eine Korrektur: per URL-Prüfung nachsehen, woher die Adresse stammt, und die Sitemap bereinigen [3]. Eine gute Sitemap enthält nur Seiten, die mit Status 200 antworten (Einschätzung).

Die eigentlichen Warnsignale: 5xx, 429 und Soft 404

Im Video nennt Illyes Serverfehler die „echten Monster“ [1]. Bei 5xx-Fehlern und beim Status 429 („zu viele Anfragen“) drosselt Google das Crawling vorübergehend, und Seiten, die dauerhaft einen Serverfehler liefern, fallen aus dem Index [5]. Den 429 behandelt Google wie einen Serverfehler, obwohl er formal zu den 4xx-Codes gehört [5]. Taucht in deinem Bericht „Serverfehler (5xx)“ auf, gehört das oben auf die Liste, noch vor jedem 404.

Ebenfalls wichtig ist der „Soft 404“. Das ist eine Seite, die Besuchern „nicht gefunden“ anzeigt oder praktisch leer ist, dem Server aber den Status 200 (alles in Ordnung) meldet [6]. Google schließt solche Seiten aus der Suche aus und meldet sie im Seitenindexierungsbericht [6]. Typische Ursachen laut Google: eine abgebrochene Datenbankverbindung, eine leere interne Suchergebnisseite oder ein JavaScript, das nicht lädt [6].

03 / Entscheidungshilfe

Ignorieren, weiterleiten, 410 oder reparieren?

Google schlägt im Video ein einfaches Raster für gelöschte Adressen vor [1][2]. Ich habe es um die Fälle aus der Search-Console-Hilfe ergänzt [3]:

  1. Weiterleiten, wenn es einen echten Nachfolger gibt: eine aktualisierte Fassung desselben Artikels oder das Nachfolgemodell desselben Produkts. Dann eine Eins-zu-eins-Weiterleitung auf genau diese Seite [1]. Ist Inhalt nur umgezogen, ist laut Google eine 301-Weiterleitung richtig [4][6].
  2. 404 oder 410 lassen, wenn die Seite endgültig weg ist und es keinen Nachfolger gibt [1]. Google behandelt 410 derzeit genauso wie 404 [3]. Den Aufwand, gezielt 410 auszuliefern, kannst du dir also sparen, wenn dein System das nicht ohnehin anbietet (Einschätzung).
  3. Reparieren, wenn der Fehler bei dir liegt: ein Tippfehler in einem internen Link, eine falsche Adresse in der Sitemap oder eine gängige Falschschreibung, die viele Besucher eintippen. Häufige Falschschreibungen darf man laut Google per Weiterleitung auf die richtige Seite lenken [3]. Interne Links korrigierst du direkt an der Quelle, statt eine Weiterleitung davorzusetzen (Einschätzung).
  4. Ignorieren, wenn die Adresse nie existiert hat: Fremde vertippen sich, Bots raten Pfade, Googlebot versucht manchmal Fragmente aus JavaScript als Link zu lesen. Das wirkt sich laut Google nicht auf Crawling oder Ranking aus [3].

Was du nicht tun solltest, sagt Google ebenso klar: alle toten Adressen auf die Startseite umleiten [1]. Das verwirrt Besucher und macht deine Daten unbrauchbar [1]. In der Hilfe heißt es außerdem, dass Weiterleitungen auf die Startseite, Fülltext auf gelöschten Seiten oder das Sperren von 404-Adressen per robots.txt es Google erschweren, die Struktur deiner Website zu verstehen; Google wertet solche Fälle als Soft 404 [3].

Für die Auswahl in der Praxis hilft eine Frage pro Adresse: Kommt hier noch jemand an? Das siehst du an Links von anderen Websites, an Aufrufen in deiner Webanalyse oder an Kampagnen, die noch auf die alte Adresse zeigen. Google selbst nennt Traffic, Links und den geschäftlichen Wert als Kriterien [2]. Alles ohne Besucher und ohne Nachfolger darf ein 404 bleiben.

04 / Shopify und WordPress

So setzt du Weiterleitungen in Shopify und WordPress um.

Shopify: Weiterleitungen und ausverkaufte Produkte

In Shopify legst du Weiterleitungen unter Inhalte › Menüs › URL-Weiterleitungen an; Shopify beschreibt die Schritte mit englischen Menünamen („Content › Menus“, „View URL Redirects“), in der deutschen Oberfläche können die Bezeichnungen leicht abweichen [7]. Die Weiterleitung greift sofort [7]. Einige Regeln solltest du kennen:

  • Du kannst nur von Adressen weiterleiten, die tatsächlich einen 404 liefern. Lädt unter der alten Adresse noch eine gültige Seite, greift die Weiterleitung nicht [7].
  • Ein Produkt auf „Entwurf“ zu setzen oder aus allen Verkaufskanälen zu nehmen, macht seine Adresse zu einem 404 und damit weiterleitbar. Machst du eine ausgeblendete Kollektion wieder sichtbar, löscht Shopify die Weiterleitung automatisch [7].
  • Bis zu 100.000 Weiterleitungen sind möglich, im Plus-Tarif bis zu 20 Millionen. Für viele Einträge gibt es Import und Export per CSV [7].
  • Eine Weiterleitung gilt automatisch für alle Sprach- und Markt-Unterordner, etwa /en-ca/ [7].

Bei ausverkauften Produkten würde ich unterscheiden (Einschätzung): Kommt die Ware wieder, bleibt die Produktseite online und zeigt „ausverkauft“ – dann entsteht gar kein 404. Wird ein Produkt dauerhaft ersetzt, leitest du auf das Nachfolgemodell weiter. Gibt es keinen Nachfolger, darf die Seite ein 404 werden. Shopify selbst zeigt als Beispiel eine Weiterleitung von einem gelöschten T-Shirt auf die T-Shirt-Kollektion [7]. Ob Google eine Kategorie als passenden Ersatz wertet, ist eine Grenzfrage; ich nutze das nur, wenn die Kollektion wirklich gleichwertige Produkte zeigt (Einschätzung). Mehr zur Shop-Struktur steht in meinem Shopify-SEO-Leitfaden.

WordPress: Weiterleitungen per Plugin

WordPress bringt keine Weiterleitungsverwaltung mit, die meisten nutzen ein Plugin. Das kostenlose Plugin Redirection hat laut WordPress.org über zwei Millionen aktive Installationen und liegt in Version 5.10.1 vor [8]. Es verwaltet 301-Weiterleitungen, protokolliert 404-Fehler, gruppiert sie und kann sie gesammelt weiterleiten [8]. Praktisch ist die Option, beim Ändern eines Permalinks automatisch eine Weiterleitung anzulegen [8]. Das 404-Protokoll ist oft aufschlussreicher als die Search Console, weil es echte Besucher und deren Herkunft zeigt; denk dabei an die IP-Speicherung, die du im Plugin reduzieren kannst [8].

Bringt dein SEO-Plugin ebenfalls Weiterleitungen mit, nutze nur ein Werkzeug dafür (Einschätzung). Wenn du WordPress nicht selbst pflegen möchtest, findest du meine WordPress-Betreuung hier.

05 / Die 404-Seite

Eine gute 404-Seite bauen und Soft 404 vermeiden.

Den dritten Schritt seines Rasters beschreibt Illyes so: Mach die 404-Seite so hilfreich wie möglich, mit einer freundlichen Nachricht, einem Suchfeld und Links zu deinen wichtigsten Kategorien oder neuesten Inhalten [1]. Googles Doku nennt dazu konkrete Punkte [6]:

  • klar und freundlich sagen, dass die Seite nicht gefunden wurde,
  • dasselbe Design und dieselbe Navigation wie der Rest der Website,
  • Links zu beliebten Inhalten und zur Startseite,
  • eine Möglichkeit, den kaputten Link zu melden.

Entscheidend ist der Statuscode. Die schön gestaltete Fehlerseite ist nur für Menschen gedacht; der Server muss dabei weiterhin einen 404 senden, damit die Seite nicht indexiert wird [6]. Shopify und WordPress liefern für ihre Standard-404-Seite einen echten 404; gefährlich wird es eher bei Plugins oder Apps, die alle Fehler pauschal auf die Startseite umleiten (Einschätzung).

In Shopify gibt es dazu eine bekannte Stolperfalle: Wer eine Weiterleitung von /404 auf die Startseite angelegt hat, sieht die 404-Seite im Theme-Editor nicht mehr und kann sie nicht bearbeiten. Shopify rät, diese Weiterleitung zu löschen [7].

Meldet die Search Console einen Soft 404 für eine Seite, die eigentlich gut ist, lädt sie für Googlebot wahrscheinlich nicht richtig: blockierte Ressourcen, zu viele oder zu langsame Dateien, Serverfehler [6]. Dann hilft ein Live-Test in der URL-Prüfung: Unter „Getestete Seite ansehen“ siehst du einen Screenshot, wie Google die Seite darstellt [4]. Ist die Seite repariert, kannst du Google über die Search Console Bescheid geben. Was die Indexing API dabei leisten kann und für wen sie gedacht ist, habe ich in Google Indexing API beschrieben.

404-Liste in drei Schritten abarbeiten

01

5xx und Soft 404
zuerst prüfen

02

404 mit Besuchern
gezielt weiterleiten

03

Rest liegen lassen,
404-Seite verbessern

Keine Sammel-Weiterleitung auf die Startseite.

Search-Console-Check

Soll ich deine 404-Liste mit dir durchgehen?

Ich sehe mir deinen Seitenindexierungsbericht an, trenne harmlose 404 von echten Problemen und lege in Shopify oder WordPress die Weiterleitungen an, die sich wirklich lohnen.

FAQ

Häufige Fragen zu 404-Fehlern.

Schaden viele 404-Fehler meinem Ranking?

Nein. Laut Google beeinträchtigen 404-Fehler weder Indexierung noch Ranking, und sie wirken sich nicht auf deine anderen Seiten aus [1][3].

Ist 410 besser als 404?

Für Google nicht. Die Search-Console-Hilfe sagt, dass Google 410 derzeit genauso behandelt wie 404 [3].

Wie lange bleiben die Fehler im Bericht?

Gelöschte oder nie vorhandene Adressen sollen laut Google nach etwa einem Monat aus dem Bericht verschwinden [3]. Gecrawlt werden sie unter Umständen noch länger, aber immer seltener [4].

Quellen

Quellen

  1. Google Search Central (YouTube), Gary Illyes und Cherry Prommawin: „Should we be scared of a 404 status code?“ aus der Reihe „The Non-Canonical Cabinet“, 28. Oktober 2026 – youtube.com · abgerufen 29.10.2026.
  2. Search Engine Roundtable (Barry Schwartz): „Google Explains Why 404 Errors Aren't Scary“, 28. Oktober 2026, mit Transkript – seroundtable.com · abgerufen 29.10.2026.
  3. Google Search Console-Hilfe: „404 (Page Not Found) errors“ – support.google.com · abgerufen 29.10.2026.
  4. Google Search Console-Hilfe: „Page indexing report“ – support.google.com · abgerufen 29.10.2026.
  5. Google Crawling Infrastructure: „How HTTP status codes affect Google's crawlers“, zuletzt aktualisiert 4. Februar 2026 – developers.google.com · abgerufen 29.10.2026.
  6. Google Search Central: „Troubleshoot Google Search crawling errors“, Abschnitt „soft 404 errors“, zuletzt aktualisiert 18. Dezember 2025 – developers.google.com · abgerufen 29.10.2026.
  7. Shopify Help Center: „Creating and managing URL redirects“ – help.shopify.com · abgerufen 29.10.2026.
  8. WordPress.org: Plugin „Redirection“, Version 5.10.1 – wordpress.org · abgerufen 29.10.2026.

Alle Quellen am 29. Oktober 2026 abgerufen. Aussagen ohne belastbare Quelle sind im Text als Einschätzung gekennzeichnet; die Ziffern in eckigen Klammern verweisen auf die Nummern dieser Liste.

Sebastian Ziermann

Über den Autor

Sebastian Ziermann

Ich verbinde 18 Jahre Online-Marketing mit technischer Umsetzung und unterstütze Shopify-Shops und KMU bei KI, SEO und Webprojekten.

Vom Lesen ins Machen

Was könnte KI
dir abnehmen?

Erzähl mir, welche Aufgabe in deinem Marketing immer wieder Zeit kostet. Gemeinsam schauen wir, wo ein sinnvoller Einstieg liegt.

Ein guter Anfang

  1. Was möchtest du vereinfachen?
  2. Welche Tools nutzt du bereits?
  3. Wie sähe ein gutes Ergebnis aus?

Du brauchst noch keine fertige Lösung. Ein konkretes Anliegen reicht für den ersten Austausch.